Kämpfer steht unter Strom

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Zivojin Juskic zeigt, wo es im Fußball lang geht. Mit seinen Erfahrungen als Profi will er auch in Ober-Roden etwas bewegen.

Ober-Roden  – Er war Profifußballer und Kultspieler beim SV Darmstadt 98. Auch als Trainer der A-Jugend der Lilien machte sich Zivojin Juskic einen Namen. Zur neuen Saison hat sich Gruppenligist TS Ober-Roden den Serben auf die Trainerbank geholt. Von Jens Dörr

Außergewöhnlich ist Juskic schon, weil der Teamgedanke bei ihm keine Floskel ist. Beim einem Testspiel seines Teams ist der 41-Jährige Trainer erkältet und verzichtet aufs Abklatschen. Die Ansteckungsgefahr sei zu groß, so der charakterstarke Serbe. Dient es dem Kollektiv, stellt er sich hinten an. Das ist nicht erst jetzt so.

Beim 1. FC Nürnberg feierte er 1998 sein Bundesliga-Debüt, kam aber nur auf drei Einsätze im Oberhaus. Bei Zweitligist Greuther Fürth waren es eine Saison später zehn Spiele. Dass der klassische Sechser gerne hinlangte, stets hart, aber nie hinterlistig agierte, ließ ihn in der Regionalliga zum Führungsspieler des SV Darmstadt 98 werden. Legendär Juskic’ Tat in einem Ligaspiel, als er sich fast eine ganze Halbzeit lang mit gebrochener Rippe sichtlich gequält über den Platz schleppte, um seinem Team zu helfen.

Der Mann mit der markanten "Frisur"

Teamplayer ist der neue Trainer der Turnerschaft aber auch in seiner Familie: Nach seiner Zeit als Spieler und als Trainer in Darmstadt, wo ihn im März 2010 Kosta Runjaic ablöste, erzwang Juskic nicht den Verbleib im Fußballgeschäft. „Für mich war klar: In dem Moment, wo ich beim SV 98 aufhöre, höre ich mit dem Profifußball auf“, so Juskic. Heute arbeitet er wieder in seinem erlernten Beruf als Elektriker, wohnt mit der Familie weiter in Darmstadt: „Wir wollten nach meiner Karriere dort bleiben, mit Frau und Kind, aber ruhiger leben“, so Juskic.

Dennoch wollte er im Sport bleiben: Ein Jahr lang war der Mann mit der markanten „Frisur“ Teamkoordinator bei Hessenligist FCA Darmstadt.„Uns war natürlich bekannt, dass er die A-Junioren in Darmstadt in die Bundesliga geführt hat“, sagt TS-Abteilungsleiter Gerd Rasch. Der Serbe findet bei der TS neben einer guten Jugendarbeit mit A-Junioren in der Hessenliga auch eine entwicklungsfähige Mannschaft. Die stieg 2010 in die Gruppenliga auf, erreichte im ersten Jahr Platz sechs. „Keiner erwartet, dass wir jetzt schlechter spielen“, bleibt Juskic beim Saisonziel vage. Immer besser werden wolle man natürlich. Mit einem Durchschnittsalter von 21 Jahren ist Entwicklungspotenzial vorhanden.

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