Keine Ausreden mehr!

Joggen auch im Winter: So funktioniert's!

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Region Rhein-Main – Der innere Schweinehund von Joggern siegt in den kommenden Tagen häufiger. Wenn die Tage dunkler werden, eisiger Wind um die Nase weht, dann bleiben die Laufschuhe oft im Schrank. Doch das muss nicht sein! Von Oliver Haas

„Es gibt kein schlechtes Wetter – es gibt nur schlechte Kleidung“, sagt Burkhard Ammon, Vorsitzender des Lauftreffs in Neu-Isenburg. Für ihn ist Schmuddelwetter oder kalter Wind um die Nase kein Grund die Laufschuhe zu meiden. Im Gegenteil: „Es gibt doch nichts Herrlicheres als bei klarer, frischer Luft durch schneebedeckte Landschaft zu joggen. Doch der 77-Jährige weiß, dass es einiges zu beachten gibt, wenn man bei kälteren Temperaturen joggt. „Entgegen mancher Ansichten muss man sich nicht extra aufwärmen. Meiner Meinung nach ist es vollkommen ausreichend, wenn man es in den ersten zehn Minuten langsam angehen lässt. Bloß nicht zu schnell am Anfang laufen.“ Und man sollte darauf achten, dass man gleichmäßig durch die Nase ein und durch den Mund ausatmet.

Langsam das Tempo steigern

Auch Cornelia Hartstang, vom Lauftreff der der TuS Hornau rät dazu, das Tempo langsam zu steigern. „Wenn es kälter ist, dann verbraucht der Körper wesentlich mehr Energie als in wärmeren Zeiten.“ Denn kalte Luft einzuatmen sei für den Organismus viel anstrengender. Um die empfindlichen Ohrläppchen zu schützen empfiehlt Hartstang eine dünne Mütze oder ein Stirnband. Ein Vorteil sei, dass man während des Laufs nicht so oft trinken müsse. „Nach dem Training sollte man aber auf jeden Fall etwas trinken – am besten warmen Tee“, so Hartstang. Bei Temperaturen ab null Grad und kälter empfiehlt sie zudem eine schützende Fettsalbe für Wangen und Lippen.

Laufen im Zwiebellook

Generell sollte vor allem in den Wintermonaten auf ordentliche Funktionskleidung geachtet werden. „Baumwolle zieht sich voll mit Feuchtigkeit. Funktionswäsche hat den Vorteil, dass es die Feuchtigkeit nach außen abgibt“, sagt Ammon. Er schwört grundsätzlich auf das sogenannte Zwiebelprinzip. „Wer sich unsicher ist, der sollte einfach eine dünne Sportjacke anziehen, die man dann umhängen kann, wenn man warm geworden ist.“ Handschuhe, und Schal sind weitere Kleidungsstücke auf die man bei ganz eisigen Temperaturen nicht verzichten sollte. Wer schnell am Kopf friert, der kann eine dünne Mütze tragen. „Aber bloß keine dicke Wollmütze“, sagt Ammon, der seit über 30 Jahren die Laufschuhe schnürt. Und die Socken sollten etwas dickerer sein als im Sommer. „Ob man Spikes braucht, hängt natürlich davon ab, ob man unbedingt bei Glätte laufen will.“ Nach dem Laufen sei es wichtig, sich ausgiebig zu dehnen. Viele unterschätzen in der kommenden Jahreszeit auch, dass es früher dunkler wird. „Deshalb sollte man sich nie zu dunkel und am besten etwas Reflektierendes anziehen, damit man von Autofahrern besser gesehen wird.“

Oliver Haas

Oliver Haas

E-Mail:oliver.haas@extratipp.com

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