Jetzt müssen weitere Heimsiege her

Vaclav Kadlec (links) wird wohl wieder in der Startformation stehen. Foto: Roskaritz

Den Auftakt macht die Frankfurter Eintracht heute gegen Eintracht Braunschweig. Für den Erfolg soll wieder fröhlich kombiniert werden. Eine Hauptrolle spielt dabei die wichtigste SGE-Offensivkraft. Von Axel Grysczyk

Frankfurt - Ein Sonntag im August: Nach einer Rechtsflanke von Vaclav Kadlec nimmt Alex Meier den Ball halblinks im Strafraum an und schießt. Ein Braunschweiger Abwehrspieler fälscht ab, die Kugel landet unhaltbar genau im linken Eck. Es sind 52 Minuten gespielt, die Eintracht führt 1:0 gegen Eintracht Braunschweig. So geschah es in der Hinrunde und Meiers Treffer leitete das spätere 2:0 gegen den Aufsteiger ein, den ersten Saisonsieg.

Alex Meier hat’s gemacht. Immer wieder der Hüne aus dem offensiven Mittelfeld. Seit Jahren ist der offensive Mittelfeldspieler der effektivste Angreifer der Eintracht. Genauso lange wie die SGE auf der Stürmer-Position schwächelt. Spieler wie Srdjan Lakic, Olivier Occean, Erwin Hoffer, Martin Fenin oder auch aktuell Joselu und Vaclav Kadlec haben sich nie überzeugend durchgesetzt. Daher ist Meier umso wichtiger, alle schauen auf ihn, auch an diesem Nachmittag im wichtigen Heimspiel gegen den Tabellenletzten aus Braunschweig.

Doch dieses Heimspiel könnte für ihn anders werden. Denn nicht nur das 50.000 Zuschauer von ihm erwarten, dass er den Niedersachsen mit seinem Spiel auch in der Rückrunde eine Niederlage beibringt. Sie erwarten auch von ihm, dass er seinen Vertrag verlängert. Doch der 31-Jährige zögert.

Es sei seine letzte Chance auf einen lukrativen Vertrag hat Meier unter der Woche verkündet. Die SGE bleibe zwar sein erster Ansprechpartner, aber im Fußball wisse man nie. Nach zehn Jahren in Frankfurt könnte der 1,96 Meter-Mann auch ins Ausland wechseln, vielleicht in die USA?

Der Druck ist also größer. Nicht nur für Alex Meier, sondern für das ganze Team, den ganzen Club. Nur zwei Punkte sind die Adler-Träger vor diesem Spieltag von einem direkten Abstiegsplatz entfernt. Und dann wird das Spiel auch noch daheim ausgetragen. Dort, wo die Mannschaft von Trainer Armin Veh bisher noch keine Bäume ausgerissen hat. Auch wenn zumindest die beiden jüngsten Heimspiele - gegen Augsburg und Berlin - nicht verloren gingen. Ein Sieg ist auch deswegen Pflicht, weil ansonsten eine nervende Diskussion darüber beginnt, ob es richtig war Carlos Zambrano und Sebastian Rode gegen die Bayern zu schonen. Denn diesem vermeintlichen Vorteil steht nach dem Spiel ein gehöriger Nachteil gegenüber: Das 0:5 hat die Tordifferenz verschlechtert. Und die könnte im harten Abstiegskampf am Ende entscheidend sein.

Entscheidend wird auch sein, wie die Eintracht spielt. Zuletzt hatte sich die SGE stärker auf die Defensive konzentriert. Hinten stabil stehen, gut organisiert auftreten, dosiert nach vorne agieren - so lautete das Motto. Das war auch erfolgreich. Es gab Punkte in Leverkusen und den ersten Heimsieg gegen Berlin. Trainer Armin Veh will aber nicht mehr so agieren lassen. Man wolle wieder zu dem offensiveren Kombinationsspiel der vergangenen Saison zurückkehren, hat er angekündigt. Etwas anderes bleibt ihm wohl gegen Braunschweig auch gar nicht übrig. Denn die Truppe von Torsten Lieberknecht wird nicht im Hurra-Stil am Main auftreten und noch einmal die Fans quälen wie gegen Berlin ist nicht zumutbar.

Mit frischer Offensive die kleine Heimserie aufrecht erhalten, so lautet also der Plan. Das könnte auch dazu führen, dass Vaclav Kadlec in die Startformation zurückkehrt. Alles andere als ein weiterer Heimsieg gegen das Schlusslicht wäre eine Katastrophe. Die Heimspiel-Allergie würde sich verschlimmern und der nächste Gegner in der Commerzbank-Arena wäre Werder Bremen. Wieder so ein Heimspiel, bei dem ein Sieg Pflicht ist.

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