Jetzt kommt der HSV nach Frankfurt

Eintracht muss sich den Derby-Frust von der Seele schießen

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Sein Treffer zum 2:1 entschied das Hinspiel gegen den HSV: Frankfurts Lucas Piazon (rechts), hier gegen Schalkes Atsuto Uchida, trifft zwar selten, aber wenn, sind es immer wichtige Tore.

Frankfurt  - Die Niederlage gegen Mainz hat die Eintracht schwer getroffen. Jetzt kommt mit dem HSV eines der angriffsschwächsten Teams der Liga. Ein Dreier würde die angespannten Gemüter etwas abkühlen und man bliebe an den internationalen Plätzen dran. Von Dirk Beutel

Das hat weh getan. Die 3:1-Derby-Niederlage beim  FSV Mainz 05  hat die das laue Aufschwungslüftchen nach dem sensationellen 1:0-Erfolg gegen Schalke 04  wieder zunichte gemacht. Und genau da liegt der Problem der Eintracht: Der Kader hat Potenzial, doch die Kontinuität fehlt und sägt momentan sogar an der Moral. Kein Wunder, dass Marco Russ seinen Vereinskollegen Carlos Zambrano  öffentlich kritisierte: „Wir wissen, dass Carlos zum überharten Spiel neigt. Er muss das in den Griff bekommen, sonst schadet er uns nur.“ Der Frankfurter Abwehrchef hatte gegen Mainz unnötig die Gelb-Rote-Karte gesehen. Sogar der ansonsten besonnen wirkende SGE-Sportdirektor Bruno Hübner  verpasste Stürmer Alex Meier  einen Verbal-Rüffel: „Wir wissen ja, wenn Alex nicht trifft, ist er eher unauffällig. Diese Kröte müssen wir schlucken. Die schlucken wir ja auch gerne.“

Wenn Meier nicht trifft, müssen eben andere ran

Das hört zwar kein Angreifer gerne, trotzdem hat Hübner recht. Meier und sein Partner Haris Seferovic  waren in der Hinrunde mit 34 Treffern noch das gefährlichste Duo der Bundesliga. Das ist aber vorbei. In der Rückrunde hat´s nur einmal gemeiert, Seferovic hat noch gar nicht getroffen. Und das wird sich gegen den HSV am Samstag (Anpfiff: 18.30 Uhr) auch nicht ändern, denn der Schweizer mach seiner fünften gelben Karte gesperrt. So manch einer schielt da schon auf Nelson Valdez. Der Paraguayer trainiert nach seinem Kreuzbandriss zwar schon wieder mit den Profis, sucht aber noch seine Form. Also müssen andere die Tore machen. So wie gegen Mainz Stefan Aigner  oder gegen Schalke Lucas Piazon. Der Brasilianer wäre eine Alternative für die Offensive von Beginn an. Der 21-Jährige hat zwar immer noch Probleme mit dem körperbetonten Spiel der Bundesliga, doch er hat bewiesen, dass er vor allem aus der zweiten Reihe immer für einen Treffer gut ist.

Kein Angriff ist harmloser als der des HSV

In der Defensive wird Trainer Thomas Schaaf auf die Kräfte Timothy Chandler, Russ, Bamba Anderson  und Bastian Oczipka  setzen. Sie müssen die Räume hinten eng machen. Denn die Eintracht ist die Schießbude der Liga: 44 Gegentreffer stehen auf dem Konto, nur Werder Bremen  ist genauso undicht in der Abwehr. Aber Vorsicht: Anderson und Russ haben beide schon jeweils vier Gelbe Karten gesammelt. Immerhin: Der HSV-Angriff ist nach wie vor zahm wie Kätzchen. Von 22 Spielen gewannen die Hanseaten nur sechs. Sie schossen dabei schlappe 15 Tore. Umso entscheidender wäre ein Dreier gegen die Hanseaten. Dadurch könnte sich zumindest die Stimmung im Kader wieder normalisieren und die Adler würden weiter auf Tuchfühlung zu den internationalen Plätzen bleiben.

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