Jean-Pierre Picard übt täglich Parkour

Hindernisse machen den Kopf frei

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Jean-Pierre nutzt die Hindernisse auf dem Obertshausener Spielplatz und springt über zwei Bänke und einen Tisch.

Obertshausen - Jean-Pierre liebt Sport. Ein Ball ist ihm jedoch zu langweilig. Ihn reizen Saltos und Sprünge von Mauern und Garagen. Von Silke Gottaut

Er nimmt Anlauf und springt. Über zwei Bänke und einen Tisch. Für viele ein Platz, um sich gemütlich einmal hin zu setzen. Aber nicht für Jean-Pierre Picard. Für ihn ist es normal, dass er mit Anlauf darüber springt. Er bewegt sich fort, in dem er über Hindernisse springt. Denn der 14-jährige Obertshausener übt jeden Tag Parkour und Freerunning. „Ich fühle mich frei, wenn ich springen kann“,sagt Jean-Pierre: „Es ist einfach entspannend.“

Angst muss überwunden werden

Die beiden Sportarten begeistern den Schüler schon seitdem er sieben ist. „Ich habe damals ein Video von David Belle, dem Erfinder von Parkour, gesehen. Und ich war so begeistert, dass ich es gleich ausprobiert habe.“ Doch er scheiterte. Es war einfach noch zu schwer für ihn. Jean-Pierre nahm sich fest vor, dass er es mit 13 Jahren erneut probiert. Und es klappte. „Ich habe meine Angst überwunden. Und man selbst weiß, was man kann, oder auch nicht.“

Sprünge und Saltos sind Alltag geworden

Jetzt ist es für den Schüler Alltag, jeden Tag durch die Gegend zu laufen, Hindernisse zu überspringen und Vorwärts- und Seitwärtssaltos zu machen. Oder auch ein „Tic Tac“. Das ist eine Technik, die bei eng zusammenstehenden Gebäuden und Fassaden genutzt wird, um an diesen emporzuklettern, da man sich immer abwechselnd von Wand zu Wand abstößt. Bevor Jean-Pierre sich auf den Weg zu Spielplätzen, Mauern und Garagen macht, wärmt er sich auf seinem Trampolin im Garten auf. „Darauf übe ich gerade die Schraube“, erklärt er. Für nicht Freerunner: Eine Schraube ist eine Drehung in der Luft um die eigene Längsachse.

Jean-Pierre möchte Profi werden

Schwer verletzt hat sich Jean-Pierre trotz der vielen Sprünge noch nicht. „Ich hatte mehr Angst, wenn er im Fußball-Training war,“ sagt seine Mutter Stefanie Picard. „Da dies ein Mannschaftssport ist, weiß man nie, wie die Gegner drauf sind.“ Beim Parkour und Freerunning ist Jean-Pierre auf sich allein gestellt. Auf seine eigenen Kräfte und Können kommt es an. Er ist nicht nur muskulös geworden, sondern auch selbstbewusster. „Manchmal ein wenig zu selbstbewusst“, sagt die Mutter grinsend. Jean-Pierre weiß, was er will. Profi werden und anderen die Sportarten beibringen.

Bilder von Jean-Pierre beim Üben

Hier übt Jean-Pierre Picard Parkour und Freerunning

Jean-Pierre zeigt im Video sein Können

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