24 Stunden auf den Rollen

Heusenstammerin skatet für den guten Zweck

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Janina Wolf nimmt für den guten Zweck an einer 24 Stunden Inline-Tour in Holland teil.

Heusenstamm - 350 Kilometer holpriger Asphalt, kein Schlaf und kaum Pausen: Janina Wolf aus Heusenstamm nimmt für den guten Zweck an einer 24 Stunden Inline-Tour in Holland teil. Von Fabienne Seibel 

Die Fußsohlen brennen wie Feuer, die Augen sind schwer und für die restlichen Kilometer müssen die letzten Kräfte gebündelt werden. So könnte es sich für Janina Wolf anfühlen, wenn sie am 20. und 21. Juni 24 Stunden lang auf ihren Inlineskates unterwegs ist. Eine Strecke von 350 Kilometern will die 30-Jährige gemeinsam mit 77 Niederländern um das IJsselmeer im nördlichen Teil Hollands überwinden. „Diese Strapazen nehme ich für den guten Zweck gerne auf mich“, sagt Wolf: „Wenn ich damit für kranke Menschen etwas Gutes tun kann, muss ich eben auf die Zähne beißen.“ Die Startgebühr in Höhe von 50 Euro pro Teilnehmer sowie die sonstigen Einnahmen des Rennens gehen an die niederländische Nierenstiftung. Eine weitere Motivation für Wolf: Der Wettkampf ist außerdem ein Weltrekordversuch. Alle 78 Teilnehmer müssen es in 24 Stunden über die Ziellinie schaffen.

Skaten ist Entspannung

Vor zwölf Jahren stand die Heusenstammerin zum ersten Mal auf den Skates. „Nachdem ich bei verschiedenen Skate-Nights mitgefahren bin und mich immer weiter gesteigert habe, hat mich der Ehrgeiz gepackt“, sagt Wolf. Als Mitglied des Speedteams Alzenau bewegt sich Wolf am liebsten mit Rollen unter den Füßen fort. „Das leise und gleichmäßige Gleiten an der frischen Luft ist etwas ganz Besonderes. Ich empfinde das als Entspannung“, schwärmt sie. Als sie für das Medizinstudium ihr praktisches Jahr in den Niederlanden machte, nahm Wolf auch dort an vielen Skatertouren teil. So entstand die Idee, zugunsten der niederländischen Nierenstiftung anzutreten.

300 Kilometer in der Woche skaten

Für die 24-Stunden-Tour trainiert die 30-Jährige seit Monaten. Derzeit skatet sie 300 Kilometer in der Woche. „Bis zum Wettkampf muss ich mich noch auf 500 Kilometer steigern“, sagt Wolf. Besonders hart: Während die Skater beim Wettkampf 24 Stunden lang auf den Rollen sind, wird nicht geschlafen. Doch Wolf sieht das gelassen: „Ich mache mir mehr Sorgen um das Wetter. Wenn es regnet oder windig ist, kostet das mehr Kraft als der Schlafmangel.“ Sie ergänzt: „Wir sind gut versorgt. Es fahren Krankenwagen sowie Massage- und Versorgungsteams mit, die sich in den maximal acht kurzen Pausen um uns kümmern.“

Als eine von nur sieben teilnehmenden Frauen steht für die Hobby-Skaterin fest: Aufgeben kommt nicht infrage. „Als Frau hat man bei der Tour ohnehin schon mehr Aufmerksamkeit, dann kann ich es mir nicht leisten, durch Versagen aufzufallen“, sagt sie. So hofft sie auf die Unterstützung der anderen Teilnehmer: „In den Niederlanden hat der Skate-Sport einen anderen Stellenwert als in Deutschland. Das ist alles sehr familiär und man hilft sich gegenseitig. Zur Not lasse ich mich ein Stück ziehen.“

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