Training ohne Nationalspielerinnen und zwei lehrreiche Unentschieden

FFC-Trainer Colin Bell im Interview

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FFC-Trainer Colin Bell gestikuliert gerne am Spielfeldrand.

Sieben Spielerinnen des FFC Frankfurt sind im Nationalkader, der am Mittwoch im FSV-Stadion in der WM-Quali gegen Kroatien spielt. Für FFC-Trainer Colin Bell geht das Training aber ganz normal weiter. Von Norman Körtge

Sieben Frankfurterinnen stehen im Aufgebot für die Länderspiele gegen Slowenien und Kroatien. Wie trainiert es sich da am Brentanobad?

Es ist ein bisschen anderes. Im Training haben wir gerade, sieben oder acht Feldspielerinnen. Aber wir machen unser ganz normales Programm und alle ziehen voll mit.

Wie schwer ist es, nach der Länderspielpause die Nationalspielerinnen wieder in den Bundesligakader zu integrieren?

Im Prinzip ist es kein Problem und eine reine Kopfsache. Die Spielerinnen kennen sich und auch die Abläufe auf dem Platz. Mehr zu schaffen macht uns, dass wir nur einen gemeinsamen Trainingstag haben werden, bevor es am Samstag gegen Sindelfingen geht. Da wäre es wünschenswert gewesen, wenn die Bundesliga noch pausiert hätte. Auch hinsichtlich der Belastung der Nationalspielerinnen.

In den bisherigen sechs Bundesligaspielen hat der FFC Höhen und Tiefen erlebt: Gegen Leverkusen zwei späte Gegentore zum 2:2 kassiert, souverän mit 4:1 gegen die Bayern gewonnen und gegen Jena einen 0:2-Rückstand gedreht. Wie ist ihre Zwischenbilanz?

Wir haben unterhaltsamen und spektakulären Fußball geboten. Das ist auch gut für den Frauenfußball an sich. Es zeigt aber auch, dass wir uns als Team noch in einem Prozess befinden. Die Unentschieden gegen Essen und Leverkusen waren unnötig und wir haben Punkte verschenkt. Aber ich denke, das Team hat gerade aus den Punkteverlusten gelernt und es dann gegen die Bayern gezeigt. Auch dass wir trotz 0:2-Rückstand gegen Jena noch als Sieger vom Platz gegangen sind, rechne ich zu den vorher gesammelten Erfahrungen. Insgesamt sehe ich die Mannschaft auf einem guten Weg.

Desirée Schumann ist nach dem Weggang von Nadine Angerer die neue Stammtorhüterin. Wie hat sie sich entwickelt?

Wegen der Handverletzung hat sie in der Vorbereitung nicht viel machen können und im ersten Spiel gegen Freiburg war sie deshalb auch noch nicht im Einsatz. Sie ist ein Top-Talent und arbeitet hart an sich. Schade ist, dass sie nach der Roten Karte gegen Jena jetzt wieder zwei Spiele pausieren muss. Mit Anke Preuß sowie Anne-Kathrine Kremer haben wir zum Glück zwei weitere gute Torhüterinnen und mit Miriam Hanemann ein Top-Nachwuchstalent im Aufgebot.

Wie hat sich Neuzugang Celia Sasic in Frankfurt etabliert?

Ihr erstes Tor im Spiel gegen Cloppenburg war eine Art Befreiungsschlag. Sie ist eine sehr gute Spielerin und hat zu ihrem Rhythmus gefunden. Aus Trainersicht finde ich sehr gut, dass sie bereit ist dazu zu lernen und Dinge anzunehmen.

Der FFC Frankfurt ist in der Bundesliga-Saison 2013/14 noch ungeschlagen. Vier Siege und zwei Unentschieden stehen zu Buche. In der Tabelle belegen die Frankfurterinnen Platz zwei hinter der punktgleichen Mannschaft von Turbine Potsdam. Dorthin reist der FFC am 8. Dezember. Bereits am Samstag, 16. November, kommt es im Stadion am Brentanobad zum Pokalkracher gegen Triple-Sieger VfL Wolfsburg. Anstoß ist um 14 Uhr.

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