Inlinehockey: Lehrgeld zahlen wegen Gummipuck

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Die Inlinehockey-Spieler der TSG Friedrichsdorf kämpfen nicht nur um den Puck, sondern auch mit Hallenproblemen.

Friedrichsdorf – Friedrichsdorf eine Inlinehockey-Hochburg? Geht es nach TSG-Sprecherin Petra Weiß, ist die Hugenottenstadt auf einem guten Weg dorthin. Trotz aller Widrigkeiten, die der vor drei Jahren gegründeten Abteilung das Leben schwer machen.

Stichwort Trainingsbedingungen: Die Türen der städtischen Sporthalle in Seulberg bleiben für die Puckjäger verschlossen, in anderen Sporthallen ist Training nur unter strengen Auflagen möglich. „In unserer Halle dürfen wir nur mit den sehr leichten Gummipucks spielen. Die sind aber schwierig zu kontrollieren“, beklagt Trainer Valentin Nickolai. Mit den offiziellen „IHD Pucks“, die im Ligabetrieb und bei Testspielen zum Einsatz kommen, sei der Lernprozess effektiver. Doch diese sind in vielen Hallen verboten.

Eine U19-Auswahl geht in der Landesliga an den Start.

Torhüter werden noch gesucht

Kein Wunder, dass die Nachwuchsmannschaft bei den Freundschaftsspielen häufig Lehrgeld zahlen musste. Sehr lange musste das wenig wettkampferprobte Team auf den ersten Erfolg warten. Erst beim 4:2-Erfolg gegen die zuvor unbesiegbaren Assenheimer platzte der Knoten. Wenige Tage später setzte die TSG sogar noch einen drauf und gewann die Partie gegen Kronberg. Zwar brachten die Ergebnisse (noch) keine Liga-Punkte ein, bestätigten die Verantwortlichen, aber: „Die Spieler machen läuferisch und technisch große Fortschritte“, betont Nickolai. Der 17-Jährige betreut die Mannschaft seit Anfang Oktober, hat schon in verschiedenen Eishockey- und Inlinehockey-Teams gespielt. Er schätzt vor allem die Schnelligkeit und den Körpereinsatz des Sports, beides ähnelt dem Eishockey. Mit einigen Unterschieden: Feld und Tore sind bei den Inlinern etwas kleiner. Der Puck besteht nicht aus Hartgummi, sondern aus Hartplastik. Vier Feldspieler bilden eine Reihe und eine Begegnung ist in vier Abschnitte à 15 Minuten aufgeteilt. „Es ist eine anstrengende Sportart, die den ganzen Körper beansprucht“, betont der Trainer.

Anfänger sollten daher halbwegs sicher auf den Inlinern stehen können und auch bereit sein, etwas in die Ausrüstung zu investieren. Etwa 200 Euro kostet eine komplette Spielermontur.

Ziel: Die großen Teams ärgern

Der Stamm des Teams besteht derzeit aus elf Spielern. Hinzu kommen acht Einsteiger aus der Inlinehockey-AG an der Friedrichsdorfer Philipp-Reis-Schule, die an das Vereinstraining herangeführt werden sollen. Gesucht werden vornehmlich noch Torhüter. Zusätzliches Konditionstraining und taktische Einheiten sollen die Mannschaft auf den Saisonstart im Frühjahr vorbereiten. Dann geht erstmals eine U19-Auswahl in der Landesliga an den Start. „Es ist uns klar, dass die erste Saison in der Liga schwer wird. Aber unser Ziel ist es, nicht den letzten Platz zu belegen und die großen Teams zu ärgern“, sagt Nickolai.

Noch steht aber die endgültige Zustimmung des Vereinsvorstands aus. Zudem muss bis zum Saisonstart die Hallenfrage geklärt werden. „Im gesamten Stadtgebiet gibt es keine einzige Halle, in der Verbandsspiele ausgetragen werden können“, sagt Sprecherin Petra Weiß. Für Heimspiele müsste sich die TSG daher in benachbarte Hallen, etwa in Assenheim, einmieten. Weiß: „Das ist zwar eine Option, kann allerdings auf Dauer keine Lösung sein.“ zin

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