Nach der Hochzeit auf Titelkurs:

Ilias und Eda Essaoudi: Ein echt starkes Team

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Echt schlagkräftig: Eda und Ilias Essaoudi.

Region Rhein-Main - Ilias und Eda Essaoudi  sind Kampfsportler  und miteinander verheiratet. Während sie ein Baby erwartet, hat der 24-Jährige nach seinem Kampf in Flörsheim die Chance auf einen Titelkampf. Von Dirk Beutel 

Schnelle Fäuste, harte Kicks, das ist die adrenalingetränkte Welt von Ilias und Eda Essaoudi. Die beiden lieben sich. Und sie schlagen sich. Aber nur mit ihren Gegnern im Ring. Zuletzt trat der Offenbacher Thai-Kickboxer am vergangenen Wochenende bei der „Night of the Champions“ in Flörsheim an und besiegte Alexander Strecker  vom Sukothai Gym  in Lahr nach Punkten. „Es war kein einfacher Kampf. Sonst versuche ich immer von der Ringmitte aus, das Geschehen zu bestimmen. Doch diesmal hat mich mein Gegner immer wieder in den Rückwärtsgang gedrückt“, sagt Ilias Essaoudi. Der Morgen danach: Dicker Kopf, Schmerzen im Nacken, schwere Schienbeine. „Doch man hat ein unglaubliches Glücksgefühl nach so einem Sieg“, sagt Essaoudi.

Eigenes Kampfsport-Studio eröffnet

Immer bei ihm am Ring dabei, ist seine 19-jährige Frau Eda. Seit August sind die beiden miteinander verheiratet und haben aus ihrer gemeinsamen Leidenschaft ihren Beruf gemacht. Vor etwa vier Monaten haben sie ihr eigenes Kampfsport-Studio  in der Bernardstraße in Offenbach eröffnet. Eda Essaoudi leitet das Frauenkickboxen  und das Jugendtraining im Thaiboxen. Ihr Mann Ilias trainiert klassisches Boxen, Thai-Boxen und K1, eine Kampfsportmischung aus Karate, Muay Thai, Taekwondo  und Kickboxen  bei den Erwachsenen. Vom Azubi bis zum Manager, alle gehen bei ihm in die Kampfsportlehre. Und das aus gutem Grund. Trotz seiner erst 24 Jahre hat Essaoudi bereits 18 Kämpfe als Profi hinter sich und kann auf eine beträchtliche Erfahrung bauen.

Chance auf Europameistertitel

Seine Frau, die bereits mit 13 Jahren ihre Begeisterung für den Kampfsport entdeckt hat, steht dem in Nichts nach. Doch für sie hat derzeit etwas anderes Priorität. Denn das Ehepaar erwartet Nachwuchs: „Ich bin schwanger und werde deshalb erstmal eine längere Wettkampfpause einlegen“, sagt Eda Essaoudi voller Stolz.

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Das gilt aber nicht für ihren Mann. Im Gegenteil. Essaoudi steht eine echte Bewährungsprobe bevor. Er wird am 26. April in Ludwigshafen um den Europameistertitel im Superweltergewicht der All Fight System Organisation  (AFSO) kämpfen. Im Grunde gebe es im Kampfsport zu viele Verbände und damit zu viele Meistertitel, die zum Teil ohne Wert seien, erklärt Essaoudi: „Doch die AFSO ist ein anerkannter Verband. Ein Titel dort, würde schon etwas bedeuten.“ Doch eilig mit einem Gürtel haben es beide nicht. Die Hauptsache ist verletzungsfrei bleiben. Zumindest Ilias Essaoudi  kann sich dann vorstellen den Sport noch zehn Jahre zu machen. „Meine beste Zeit als Kampfsportler kommt erst noch. Ich habe es selbst in der Hand.“

„Ich werde härter trainieren als bisher“

Doch erstmal steht die Vorbereitung für den Titelkampf auf dem Familien-Programm. „Ich werde noch härter trainieren als bisher“, sagt Essaoudi, der mit Frankfurter Kampfsportler Denis Liebau zusammenarbeitet. Doch auch seine Frau ist ein ganz wichtiger Berater an seiner Seite. „Sie hilft mir sehr beim Training und gibt mir vor allem mental starken Rückhalt.“ Und das gilt im und außerhalb des Rings.

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