Hornisse sticht mit dem Mikro

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Schwingt fürs Foto lieber am Ball vorbei: Joe Whitney.

Bad Homburg – Authentischer kann kaum jemand das amerikanische Lebensgefühl vermitteln. Denn Hornets-Präsident Joe Whitney ist nicht nur Baseball-Verrückter, sondern auch ein gefragter Entertainer auf den Bühnen der Welt. Von Andreas Einbock

Die Baseball Cap tief ins Gesicht gezogen, den Ball im Visier. Joe Whitney nutzt jede Gelegenheit ins seinem zweiten Wohnzimmer zu sein. Doch auf seine spielerischen Fähigkeiten kommt es nicht so sehr an. „Die Zukunft hängt nicht von meiner Leistung ab“, sagt der gebürtige Amerikaner aus Seattle, der lieber den Blick ums Feld schweifen lässt und von Plänen berichtet: „Oben auf dem Hügel soll mal unser Vereinshaus stehen.“

Seit sechs Jahren ist Whitney auf und neben dem Platz aktiv, seit drei Jahren als Präsident. In der Zeit haben die 1992 gegründeten Bad Homburg Hornets eine steile Entwicklung hinter sich. Die soll mit dem Erstliga-Aufstieg noch lange nicht beendet sein. „Für unser erstes Jahr war‘s ganz gut“, zieht der 48-Jährige trotz der letzten Tabellenplatzierung eine positive Bilanz und schiebt voller Überzeugung hinterher: „Wir sind nicht so weit weg von der Spitze wie es in der Tabelle aussieht. Nächstes Jahr glaube ich, dass wir es in die Playoffs schaffen.“

Wer den 1,98 Meter großen Hünen mit seinem amerikanischen Westküstenakzent reden hört, glaubt, dass Whitney eine lange Baseball-Karriere hinter sich hat. Dabei glänzte er mit einem größeren Ball. Whitney: „Für die Portland Trailblazers habe ich 20 NBA-Spiele gemacht. Das war eine super Zeit.“ An die schlossen sich 1986 sechs Erstliga-Jahre beim TV Langen an, wo er auch mit dem Ex-Skyliners-Kapitän Pascal Roller trainierte.

Zwischen Parkett und Showbühne

Schon damals wechselte Whitney oft zwischen Parkett und Showbühne. Denn neben seinem sportlichen Talent begeistert er auch mit Mikro, Keyboard und Saxophone. „Ich komme aus einer musikalischen Familie. Mein Vater hatte mit seinen Brüdern eine eigene Radiosendung“, sagt der charismatische Baseballer mit sonorer Stimme. Die gepaart mit seiner Größe und dem lockeren Gang erinnern etwas an David Hasselhoff. Die Frage, ob er dessen Hit „Looking for Freedom“ schon mal gesungen hat, verneint er aber vehement.

Mit seiner Band Street Live Family sorgt er für ordentlich Stimmung. Davon überzeugten sich bereits Boris Becker und Angela Merkel. Mit Shaggy habe er auch schon auf der Bühne gesungen. Zudem betreibt er mit seiner Frau eine Künstler- und Veranstaltungsagentur, vermittelte schon Anastacia und Udo Jürgens. Klar, dass er somit über ein gutes und großes Netzwerk verfüge.

Das soll auch seinem Baseball-Verein zugute kommen. Whitney: „Ein paar Sponsoren will ich noch überzeugen. Schließlich haben wir ein großes Ziel: Die deutsche Meisterschaft nach Bad Homburg zu holen.“

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