Entscheidung in den nächsten Tagen

Trotz Abstieg weiter in Liga eins?

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Harte Bauchlandung für die Hornets. Sportlich sind die Bad Homburger abgestiegen.

Bad Homburg – Die Bad Homburg Hornets sind sportlich abgestiegen. Kurios: Ob die Baseballer nächste Saison erstklassig bleiben, haben sie wahrscheinlich selbst in der Hand.

Zwei Chancen boten sich den Bad Homburg Hornets, den Klassenerhalt zu sichern. Erst scheiterten die Kurstädter in der ersten Play-down-Runde denkbar knapp an den Mannheim Tornados. „Diese Serie hätten wir eigentlich schon gewinnen müssen“, blickt Trainer Roland Spitzegger zurück. Frust machte sich breit nach der enttäuschenden 2:3-Niederlage. Da spielten die Hornissen eine ausgezeichnete Saison, machten einen großen Schritt nach vorne und standen plötzlich wieder mit dem Rücken an der Wand.

So musste in der Serie gegen Tübingen die Entscheidung um den rettenden Relegationsplatz fallen. Diese begann für die Hornets allerdings unter denkbar schlechten Vorzeichen. Shortstop Spenser Payne flog aus familiären Verpflichtungen in die USA, sein Landsmann und Pitcher Elliot Glynn musste aus beruflichen Gründen ebenfalls in die Heimat zurück. „Beide sind absolute Leistungsträger und auch in der Offensive wichtige Säulen der Mannschaft“, betont Spitzegger, der zudem auf den verletzten Bijan Rezaeian verzichten musste. Ersatzgeschwächt rannten die Hornets den Punkten buchstäblich hinterher und verloren gegen Tübingen mit 0:3. Den „Sweep“, wie die Baseballer einen Serien-Sieg „zu Null“ bezeichnen, hätten die Kurstädter fast abgewendet. Zwei Partien wurden erst in der Verlängerung entschieden, die letzte Begegnung gaben sie trotz Führung noch aus der Hand. „Für die Personalprobleme haben wir die Spiele überraschend offen halten können“, meint Spitzegger. Über den gesamten Saisonverlauf habe man sich mit dem kleinen Kader wacker geschlagen, sei von Verletzungen und weiteren Ausfällen verschont geblieben. „In den letzten Spielen ist es dann knüppeldick gekommen. Die Besetzung reichte nicht mehr, um den sportlichen Klassenerhalt zu schaffen.“

Hintertürchen für die Hornissen

Doch wie in der vergangenen Saison ist nach dem letzten Schlag noch nicht das letzte Wort im Abstiegskampf gesprochen. Den Hornissen steht wahrscheinlich ein Hintertürchen offen. Wie Spitzegger erfuhr, wird weder Zweitligist Neuenburg als Direktaufsteiger noch Baldham als Relegationsberechtigter von ihrem Aufstiegs- beziehungsweise Relegationsrecht Gebrauch machen. Bedeutet: Auch der Tabellenletzte aus dem Oberhaus könnte die Klasse halten.

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Spitzegger rechnet damit, dass der Baseball-Verband nun die Gespräche sucht. Bis zum 1. Oktober hätten die Kurstädter Bedenkzeit, ob eine weitere Saison im Oberhaus für sie in Frage kommt. „Diesen Schritt werden wir uns genau überlegen“, will der Österreicher keine Prognose abgeben.

Fest steht für ihn: Nur mit einer ähnlichen Spielerqualität wie in der abgelaufenen Runde würde eine Teilnahme Sinn machen. Und Qualität hat bekanntlich ihren Preis. Bleibt abzuwarten, ob der Verein mit seinem umtriebigen Präsidenten Joe Whitney erneut bereit ist, die Schatulle zu öffnen. „Die Finanzen sind knapp, wenn wir es aber irgendwie stemmen können, sind wir wieder dabei“, sagt Spitzegger. Der Gang in die Zweitklassigkeit würde hingegen einen kompletten Neuanfang bedeuten. zin

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