Mitgliederzahlen steigen

Hockey-Jugend Bad Homburg auf dem Vormarsch

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Beim Hockey-Club Bad Homburg setzt man verstärkt auf den Nachwuchs.

Bad Homburg – Seinen 25. Geburtstag feierte im vergangenen Jahr der Hockey-Club Bad Homburg. Auch wenn die Aktiven derzeit Welten vom Bundesliga-Geschäft trennen, sprechen viele von einer Erfolgsstory. Für professionelle Strukturen sorgt vor allem der Trainerstab.

Statt Titel und Trophäen verfolgen die früheren Erstliga-Spieler ein anderes Ziel: Die Menschen näher an den Hockeysport zu bringen.

Die Zweifler sind verstummt: Der Hockey-Club Bad Homburg hat sich zu einer Marke in der Kurstadt entwickelt. Vor allem die Kinder und Jugendlichen rennen dem 1989 gegründeten Verein die Türen ein. Seit 2004 hat sich die Mitgliederzahl im Nachwuchsbereich fast verdreifacht, auf heute 331 von insgesamt 446. Damit zählt der HCH zu den jugendstärksten Hockeyvereinen in Hessen. Doch es gibt auch eine Kehrseite der Medaille: Der Platz im Sportzentrum reicht nicht mehr aus, der Klub stößt an seine Kapazitätsgrenzen. Mehr Platzzeiten werden benötigt, die Gespräche mit der Stadt laufen. Die Quantität ist also gegeben, doch was ist mit der Qualität? Mit dem dritten Platz der A-Jugend bei der DM 1995 liegt der letzte große Erfolg immerhin schon zwei Jahrzehnte zurück. „Davon sind wir sehr weit entfernt. Aber das ist auch nicht das primäre Ziel. Uns bringt es wenig, eine Mannschaft vorne zu haben, wenn die anderen hinten rausfallen“, betont Moritz Schneider.

Nach dem Abitur und einem Freiwilligen Sozialen Jahr beim Hockey-Club reifte in dem gebürtigen Frankfurter der Entschluss, „mehr machen zu wollen“. Mit dem Ex-Bundesligaspieler und Deutschen Meister Tobias Wuttke übernahm Schneider die sportliche Leitung, mit dem Auftrag, den Hockeysport in der Kurstadt publik zu machen. „Wir sind mit der Jugend auf dem Vormarsch“, freut sich der 27-Jährige. Besonders stolz sind die Verantwortlichen auf den Mini-S-Pokal, der seit 2008 einmal jährlich ausgetragen wird. Etwa 100 Kindergartenkinder sind dabei am Ball. Eine Kooperation mit der Stadt, für die der HCH mit dem Heinz-Lindner-Preis ausgezeichnet wurde.

B-Knaben sind konstant

Auch bei den Jugendlichen verzeichnet der Klub Erfolge. Mit zwei Teams, die regelmäßig in der Hallenrunde zu den besten Mannschaften in Hessen gehören, könne man sehr zufrieden sein. „Gerade mit den B-Knaben sind wir stark vertreten und konstant“, sagt Schneider. Hin und wieder schaffen es Spieler in die Hessenauswahl.

Auch im Erwachsenenbereich tut sich etwas. So sollen demnächst eine Herren- und Damenmannschaft in der Feldrunde an den Start gehen. Dies war bisher nur in der Halle möglich. Der Fokus richte sich aber auch weiterhin darauf, die Grundzüge und Faszination des Hockeysports zu vermitteln: Tempo, Dynamik, Vielseitigkeit und Geselligkeit zählt Schneider auf. Allesamt Eigenschaften, die Schneider schon mit fünf Jahren zum Hockey-Sport brachten. Bei vier Schwestern und zwei Brüdern, die ebenfalls den Schläger schwingen, hatte er im Grunde keine Wahl.

Über ein Jahrzehnt spielt er beim SC 1880 Frankfurt höherklassig und feierte sogar den Aufstieg in die Bundesliga. Eine Profi-Karriere kam für ihn nicht in Frage. Im Feld sei er doch an seine Grenzen gestoßen, in der Halle konnte er gut mithalten. Der Begriff „Profi“ sei in der deutschen Hockey-Szene ohnehin relativ zu sehen. „Die allerwenigsten verdienen genug Geld, um davon zu leben“, sagt der 27-Jährige. zin

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