Timo Grub aus Münster

Hobbyläufer will seinen 100. Sieg

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Typisches Bild: Timo Grub ist mal wieder vorne (Bildmitte im schwarzen Trikot). Eine Entzündung im Oberschenkel hat ihn zurückgeworfen, stoppen kann sie ihn nicht.

Münster – Timo Grub  absolviert jede Woche 150 Trainingskilometer. Das zahlt sich aus: Immer wieder holt er bei Volksläufen den einen oder anderen Sieg. Jetzt will der 34-Jährige sein 100. Rennen gewinnen. Von Jens Dörr 

Einmal bei einem Volkslauf als Erster ins Ziel kommen – ein Traum, der sich für die meisten Freizeitläufer nie erfüllt. Für Timo Grub ist Platz eins hingegen an der sportlichen Tagesordnung: Der 34-Jährige vom TV Hergershausen ist gerade bei den Wettkämpfen im Rhein-Main-Gebiet Seriensieger. Schon in wenigen Wochen könnte er zum 100. Mal alle Widersacher hinter sich lassen – und das womöglich auch noch bei einem echten Heimspiel. Denn am 28. und 29. Juni dieses Jahres steigt erneut der „Spitz-Älthemer Volks- und Straßenlauf“ der Volkssportfreunde Altheim.

Pro Woche 150 Kilometer

Auch wenn der Altheimer Timo Grub vor einiger Zeit ins benachbarte Dieburg zog, bleibt dieser Lauf doch sein Heimrennen: „Das war zudem der erste Volkslauf, an dem ich teilgenommen habe“, sagt er. Immer am Samstagabend der beiden Wettkampftage steht beim „Spitz-Älthemer“ der Halbmarathon auf dem Programm – Grubs Paradestrecke. Mehrmals gewann er sein Heimspiel bereits – und hat inzwischen exakt 97 Siege bei Läufen vor allem in der Region eingefahren. Zweimal muss Grub noch gewinnen, um die 100 in unmittelbarer Reichweite zu haben. Nun, da Woche für Woche Wettkämpfe im Laufkalender stehen, bietet sich für die Siege 98 und 99 reichlich Gelegenheit. Passt Grubs Timing, könnte er Sieg Nummer 100 in Altheim feiern. Doch auch für den Vermessungsingenieur, der vor 15 Jahren unter die Läufer ging, läuft es nicht von allein. Pro Trainingswoche spult Grub im Schnitt 150 Kilometer ab. Schon frühmorgens ist er erstmals auf Asphalt und Waldwegen unterwegs, nach der Arbeit und am Wochenende ebenso.

Hartnäckige Entzündung im Oberschenkel

„Ich definiere meine Form zu 90 Prozent über das Grundlagen-Ausdauer-Training. Der Rest besteht aus Tempoläufen und Einheiten am Berg“, beschreibt Grub sein Konzept. Der gertenschlanke, 1,87 Meter große (und 65 Kilogramm leichte) Athlet achtet zudem auf die Ernährung: Unter anderem viel Obst und gedünstetes Gemüse kommen auf den Tisch. „Generell ist der Vierklang aus Lauftraining, Gymnastik, Erholung und Ernährung wichtig. All das wirkt sich bei mir positiv auf die Gesundheit aus“, hat Grub festgestellt.

Das alles mündete in beeindruckende Bestzeiten, die zwar nicht ganz für die deutsche Spitze reichen, wohl aber für jene in der Region. Und die besonders bemerkenswert sind, weil Grub erst kurz vor dem Abitur zum Laufen kam. Im Marathon liegt seine persönliche Marke bei 2:33:09 Stunden, aufgestellt in Berlin. Der Seriensieger, der unter anderem auch schon den „Brüder-Grimm-Lauf“ gewann, in Seligenstadt und Dieburg und vielen weiteren Rennen als Erster über die Linie flitzte, hat zudem eine Bestzeit von 1:09:53 Stunden im Halbmarathon (Berlin) vorzuweisen und kommt über 10.000 Meter auf der Bahn (32:20 Minuten) nahe an die 32-Minuten-Grenze heran. Trotz seiner läuferischen Qualität bleibt Grub in diesen Tagen bescheiden. „2014 ist ein Jahr mit einem großen Fragezeichen“, verweist er auf eine Ende 2013 hartnäckige Entzündung im Oberschenkel. Seit ein paar Wochen trainiert er wieder – und Sieg Nummer 100 ist wieder im Visier.

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