„Hitzige Atmosphäre spornt mich an“

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Patric Klandt packt im Spiel gegen Düsseldorf zu.

Frankfurt – Seit sechs Spielen wartet der FSV in der Zweiten Fußball-Bundesliga auf einen Sieg. Als 14. der Tabelle trennt Frankfurter noch ein Punkt von den Abstiegsrängen. Vor der Partie am Sonntag, 4. Dezember, bei Dynamo Dresden versucht Torhüter Patric Klandt im Interview die Talfahrt zu erklären.

Das Remis gegen den SC Paderborn am vergangenen Spieltag hat Trainer Hans-Jürgen Boysen den Job gerettet. Vorerst. Auch für den einen oder anderen Spieler könnte es zur Rückrunde eng werden. Der sportliche Leiter Uwe Stöver hat bereits personelle Veränderungen in der Winterpause angekündigt. Diese erscheinen auch dringend nötig, denn vor allem in der Offensive (16 Tore) fehlt den Frankfurtern die nötige Konsequenz und Cleverness.

Hinten steht Torhüter Patric Klandt häufig auf verlorenem Posten, zählt trotz der Negativserie und 28 Gegentreffern noch zu den Aktivposten im Team.

Herr Klandt, als kleiner Junge waren Sie glühender Anhänger von Eintracht Frankfurt. Schauen Sie jetzt nicht etwas neidisch zum Stadtrivalen, der um den Aufstieg spielt und ein Vielfaches von Zuschauern ins Stadion lockt?

Neidisch bin ich nicht. Die Eintracht ist eine ganz andere Hausnummer und dem FSV um Jahre voraus. Insofern verbietet sich da auch ein Vergleich. Ich habe selbst mehrere Jahre als Jugendlicher und Amateur bei der Eintracht gespielt und gönne ihnen natürlich den Aufstieg.

Der FSV muss hingegen nach sechs sieglosen Spielen nach unten schauen. Welche Erklärung haben Sie dafür?

Das ist schwierig zu erklären. Wir hatten vor der Saison einen Umbruch, haben einige neue Spieler hinzubekommen. Da dauert die Eingewöhnung etwas. Das darf aber keine Ausrede sein. Wir müssen unser Potential endlich auch mal wieder 90 Minuten abrufen.

Das hat zuletzt selten geklappt. Ist das ein mentales Problem?

Wichtig ist jetzt, dass wir einen kühlen Kopf bewahren und uns nicht verunsichern lassen. Wir müssen uns auf die wesentlichen Dinge konzentrieren. Manchmal wollen wir am Ende einfach zu viel, anstatt erstmal das Ergebnis zu halten.

Ist so auch die eklatante Heimschwäche zu erklären?

Wir tun uns grundsätzlich schwer, das Spiel selbst zu gestalten, haben noch nicht das richtige Mittelmaß gefunden. Außerdem hat uns bei den Spielen gegen Union Berlin und Hansa Rostock auch das nötige Quäntchen Glück gefehlt.

Der Druck auf die Mannschaft und Trainer Hans-Jürgen Boysen steigt von Spiel zu Spiel. Wie gehen Sie damit um?

Die Stimmung im Team und das Verhältnis zum Trainer sind nach wie vor absolut intakt. In der Länderspielpause haben wir uns noch mal zusammengerauft und sehr intensiv trainiert. Ich bin sicher, dass sich das auch wieder auf dem Platz auszahlen wird.

Wie verarbeiten Sie persönlich Niederlagen?

Ich bin sehr ehrgeizig und mit mir selbst nie zufrieden, wenn wir verlieren. Selbst, wenn ich die schwierigsten Dinger halte. Solche Spiele wie in den vergangenen Wochen tun natürlich weh und beschäftigen mich noch ein bis zwei Tage. Dann muss das aber auch vorbei sein.

Im Sommer läuft Ihr Vertrag aus. Gibt es schon Pläne für die Zeit danach?

Es hat bereits erste Gespräche mit der sportlichen Führung gegeben. Eine Tendenz gibt es aber noch nicht. Natürlich spielt auch die Liga-Zugehörigkeit des FSV eine Rolle. Mein großes Ziel ist es mal in der Ersten Bundesliga zu spielen. Und das traue ich mir auch zu.

Am Sonntag steht das Spiel bei Dynamo Dresden an. Mit welchen Erwartungen gehen Sie in diese Begegnung?

Grundsätzlich ist jedes Spiel in der Zweiten Bundesliga schwierig. Dynamo Dresden kämpft auch um jeden Punkt. Zudem erwartet uns dort eine hitzige Atmosphäre. Aber gerade das spornt mich richtig an. zin

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