EXTRA TIPP sprach mit Frankfurts Löwe Leon Hüttl über den Trip ins Kanada-Camp

„Hier ist alles eine ganze Nummer größer!“

Leon Hüttl (oranges Trikot) gab beim Training in Kanada bei den Edmonton Oilers alles für den Traum: NHL-Spieler werden. Foto: Dale MacMillan/nh

Jeder Eishockeyspieler träumt davon, eines Tages in der nordamerikanischen Profiliga NHL aufzulaufen. Für Leon Hüttl von den Löwen Frankfurt könnte dieser Traum Realität werden. Von Uwe Lange

Der 18-jährige Verteidiger erhielt eine Einladung der Edmonton Oilers ins Trainingscamp und verbrachte eine Woche in Kanada.

Frankfurt – Nach seiner Rückkehr aus der Heimat von Wayne Gretzky unterhielt sich der EXTRA TIPP mit dem Senkrechtstarter über die Tage von Edmonton, seine Erfahrungen, Eindrücke und Gefühle.

Erzähl doch bitte einmal, wie es zu der Einladung als einziger deutscher Akteur kam?

Mittwochs kam ein Anruf aus heiterem Himmel mit der Einladung für das sogenannte „Development Camp“ der Oilers. Ich dachte erst an einen Scherz, aber unser Sportdirektor Fritzmeier bestätigte dies. Freitag ging es von Frankfurt nach Edmonton. Samstag früh kamen wir dort an, ab ging es ins Hotel und am Sonntag war schon die Einkleidung. Und am Abend das erste Teammeeting beim Dinner mit den anderen 17 eingeladenen Spielern aus aller Welt.

Und wie sieht dort das Camptraining aus?

Am Montag waren wir noch off-ice mit einigen Einweisungen, aber schon im „Rogers Place“, dem 2016 eröffneten Stadion der Oilers, wohl das schönste und modernste der Liga, was auch dem Frankfurter Projekt am Flughafen als Vorbild dienen soll. Wir verbrachten praktisch den ganzen Tag zusammen in der Arena, da gab es rund um die Uhr eine 1a-Betreuung. Das komplette Trainerteam der Profis kümmerte sich super um uns, erklärte uns alles, gab uns Tipps und wertvolle Anregungen zwischen den einzelnen Einheiten.

Und welche Tipps waren das?

Die Coaches meinten, ich solle noch mutiger bis offensiver spielen. Zum Beispiel die Laufwege verbessern, mich zu einem richtigen All-around-Spieler entwickeln. Nächste Woche bekommen wir alle noch eine persönliche Analyse nach Auswertung der Tage übersendet, damit wir an unseren Stärken und Schwächen arbeiten können.

Was war das Beeindruckendste für Dich?

Dort ist alles vom Kabinentrakt bis hin zur Manpower der Betreuer eine Nummer größer. Die Superlative gehen einem nicht aus. Ein Beispiel: Die Teamkabine und die angeschlossenen Funktionsräume haben sicher die Größe der Frankfurter Eisfläche, man kann sich dort fast verlaufen!

Hattet ihr auch etwas Zeit für die Stadt Edmonton und deren Besichtigung?

Ganz ehrlich, nein! Die Tage waren komplett und perfekt durchorganisiert, außer einer kleinen Shopping-Tour nach der Ankunft blieb da keine Zeit. Abends war ich auch immer total geschlaucht, fiel dann todmüde ins Bett.

Wie geht es nun weiter für Dich, wie sieht dein Fazit aus?

Das Camp war ein Erlebnis, eine Riesenmotivation für mich. Aber ich weiß gleichzeitig: Ich muss weiter hart an mir arbeiten und den nächsten Schritt gehen. Die NHL wird zunächst weiter ein Traum für mich bleiben, aber jetzt ist es auch ein realistisches Ziel, dass es irgendwann zu erreichen gilt. Ich habe einen positiven Druck von dort mitgenommen, mich zu verbessern, mich zu pushen, das Maximale aus mir herauszuholen, um dorthin zurückzukehren!

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