Mehrspartenverein feiert 125-jähriges Bestehen

Aufnahmestopp bei Rhythmischer Sportgymnastik

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Im Bundeskader: Anni Qu vom Turnverein Eschborn, hier am Band.

Eschborn – Sie zählen zu den beweglichsten Athleten in der gesamten Sportwelt – und zu den anmutigsten auch im traditionsreichen Mehrspartenverein TV Eschborn, der in diesem Jahr sein 125-jähriges Bestehen feiert: Die Mädchen und jungen Frauen, die Rhythmische Sportgymnastik (RSG) betreiben. Von Jens Dörr

Mit immenser Körperbeherrschung, ein wenig Kraft und einer guten Portion Musikalität zaubern sie Choreografien auf den Hallenboden, die staunen lassen.

Die Anerkennung, dass die RSG fest zu Olympia gehört, gibt der Sportart noch einmal einen Schub, den die Abteilung des Eschborner Turnvereins indes kaum mehr nötig hat: Mit insgesamt 30 Kindern, darunter ein Dutzend in der Leistungsklasse, ist der TVE derzeit am Limit angelangt. „Wir haben momentan einen Aufnahmestopp“, sagt Irina Artigas, Coach der leistungsstärksten Eschborner Mädchen und auch des Landeskaders.

Hohe Ansprüche

Mit Christine Scherer, Ilona Lederer und Sophie Ballmaier steht sie wöchentlich zusammen 24 Stunden in verschiedenen Eschborner Hallen, auch samstags können die Gymnastinnen üben. „Mit der derzeitigen Zahl an Trainern können wir nicht noch mehr anbieten – sonst würden wir auch noch eine Spaßgruppe aufmachen, in der der Leistungsgedanke nicht im Vordergrund wäre“, so Artigas. Sie schaue sich dennoch jedes Mädchen an, dass mit der RSG beginnen wolle. Allerdings: „Um momentan aufgenommen zu werden, müsste ein Kind allerdings schon sehr talentiert sein.“ Sie habe hohe Ansprüche, sagt Artigas unumwunden.

Das ist auch an der Entwicklung der RSG in Eschborn zu sehen. Der TVE ist in Hessen eines der Aushängeschilder und hat in der Szene auch deutschlandweit einen Namen. Aus den zwölf, dreizehn Kindern der jetzigen Leistungsklasse stechen Marie Deschner und Anni Qu heraus – sie gehören bereits dem Bundeskader an. Aber: „Alle anderen Kinder stehen im Landeskader“, verdeutlicht Artigas, dass die Eschborner Spitze eine zugleich ziemlich breite ist.

Viele Herausforderungen

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Sie alle zeichnet schon in jungen Jahren – der Einstieg in die RSG ist meist frühestens für Fünf-, Sechsjährige ein Thema – das Meistern ganz unterschiedlicher Herausforderungen aus. Schließlich stellt die RSG Ansprüche an Beweglichkeit, Gleichgewicht, Rhythmus und Kraft, versammelt turnerische, gymnastische und tänzerische Elemente. Fünf Handgeräte fordern zusätzlich heraus: Seil, Reifen, Ball, Keulen und Band.

Bei der Umsetzung eines Programms kommt es dabei auf Gerätetechnik, Körperspannung, Stimmigkeit mit der Musik und die Ausführung von Sprüngen an. Das alles bewerten mehrere Kampfrichter und geben den Sportlerinnen des TV Eschborn in schöner Regelmäßigkeit hohe Bewertungen. Da ist unter anderem Artigas’ Handschrift zu erkennen, obgleich sie das Team der Leistungsklasse „erst“ seit 2008 unter ihren Fittichen habe.

Im Taunus gibt es diesen Sonntag die Rhythmische Sportgymnastik wieder live zu erleben. Am 28. April präsentiert sich der TV Eschborn mit dem Hessenpokal der RSG in der Kreissporthalle in Kriftel.

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