Hessenpokal-Viertelfinale

Lilien zum Saisonhöhepunkt

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Geht dahin, wo´s wehtut: Jonas Grüter (links), hier im Zweikampf gegen Yannick Agro vom SSV Ulm, trifft am Donnerstag auf alte Bekannte vom SV Darmstadt 98.

Eschborn - Die Pflicht heißt FSV Fernwald, die Kür Darmstadt 98: Für den 1. FC Eschborn steht zunächst das Duell in der Hessenliga an, ab Sonntag gilt die Konzentration aber den „Lilien“. Von Jens Dörr

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Die Partie gegen das derzeitige Überraschungsteam der 3. Liga, das dort nach dem sportlichen Abstieg nur durch den Lizenzentzug bei Kickers Offenbach weiterspielen durfte, ist das Saison-Highlight für die Elf aus dem Taunus. Anstoß im Hessenpokal-Viertelfinale ist am Donnerstag, 14. November, um 19 Uhr im FCE-Stadion. Dass die Anstoßzeit aus organisatorischen und sicherheitstechnischen Gründen zunächst auf 18.15 Uhr vorverlegt, dann aber doch wieder auf den Ursprungszeitpunkt zurückgelegt wurde, ist nur ein Zeichen, dass es für die Eschborner alles andere als eine normale Partie wird.

Das hat einerseits sportliche Gründe: Wer sich im Viertelfinale durchsetzt, bekommt es im Halbfinale mit Kreisoberligist Hanau 93 oder Hessenligist Bayern Alzenau zu tun, hat also auf jeden Fall eine lösbare Aufgabe vor der Brust und das Finale vor Augen. Im Endspiel des Hessenpokals wartet voraussichtlich Wehen Wiesbaden, Kickers Offenbach oder Hessen Kassel. Erreicht Drittligist Wehen Wiesbaden in seiner Liga mindestens Platz vier, ist auch der Finalverlierer für den lukrativen DFB-Pokal qualifiziert. In dem winken in Runde eins 100.000 Euro plus anteilige Zuschauereinnahmen sowie ein Gegner aus Liga eins oder zwei. Die Darmstädter, die in dieser Saison Borussia Mönchengladbach ausschalteten, dann im TV-Live-Spiel gegen Schalke ausschieden und groß Kasse machten, haben das Potenzial des gern als „Bonus“ gesehenen Wettbewerbs gerade ausgeschöpft.

Zwei Niederlagen waren unglücklich

Andererseits wird der FC Eschborn am Fuße des Taunus eine kleine Invasion an derzeit ziemlich euphorisierten „Lilien“-Fans erleben. Zwischen 500 und 1000 dürften den Weg in die Kleinstadt antreten. Die Eschborner dürfen mit einer vierstelligen Kulisse rechnen. In der Hessenliga verlieren sich selten mehr als 300 Seelen am Sportfeld. Das Brot-und-Butter-Geschäft bleibt vorerst die Fünftklassigkeit. Dort ist der FCE nach der Hinrunde als Zweiter im Soll. „Mit den Punkten bin ich zufrieden, zwei unserer Niederlagen waren unglücklich“, sagt etwa Routinier Rouven Leopold (37). Zumal die TGM/SV Jügesheim auf Platz eins auch als Meister wohl auf den Gang in die Regionalliga verzichten würde. Auch als Vizemeister wäre der Weg für Eschborn in die Klasse von OFC, Kassel, Waldhof Mannheim, Trier und Co. frei.

Eschborner sind gespannt auf das Spiel

Obwohl also der Alltag sportlich durchaus attraktiv ist, dürften bei den Eschbornern vier Spieler besonders auf die Partie gegen die 98er brennen: Patrick Hilser, Velibor Velemir, Jonas Grüter und Christopher Nguyen spielten bereits in Darmstadt. Hilser und Velemir kamen allerdings kaum zum Einsatz, für Grüter lief es phasenweise gut und teils frustrierend, lediglich Nguyen nutzte Südhessen als Katapult nach oben und wechselte von dort zu Zweitligist Karlsruhe, wo er sich nicht durchsetzte. Ganz fremd sind sich beide Mannschaften auch aus anderem Grund nicht: In der Sommerpause gewann Darmstadt ein Testspiel gegen den FCE mühevoll mit 2:1. Auf Darmstädter Seite dürfte Angreifer Dominik Stroh-Engel heiß auf die Partie sein: Dem Torjäger brach die Eschborner Abwehr beim Debüt im „Lilien“-Dress das Nasenbein.

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