Hammerwerferin kämpft weiter

Kathrin Klaas will erneut eine Medaille holen

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Eine echte Hammerfrau: Kathrin Klaas ist die neue deutsche Meisterin im Hammerwurf. Sie holte den Titel bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Ulm vergangene Woche.

Frankfurt - Jahrelang stand Hammerwerferin Kathrin Klaas im Schatten von Betty Heidler. Jetzt hat sich die 30-Jährige zum ersten Mal den deutschen Meistertitel erkämpft und will auch bei der Europameisterschaft eine Medaille abräumen. Von Dirk Beutel

Möglicherweise war das der Durchbruch. Die Wachablösung an der Spitze der deutschen Hammerwerferinnen: Die 30-jährige Kathrin Klaas von der Leichtathletikgemeinschaft Eintracht Frankfurt ist die neue deutsche Meisterin im Hammerwurf. Sie hielt mit einer Weite von 72,08 Weltrekordhalterin und Vereinskollegin Betty Heidler, die lediglich auf 69,83 Meter kam, klar auf Distanz. Die ebenfalls 30-Jährige verpasste damit ihren zehnten Titelgewinn in Serie. In jedem Fall tritt die Oberkommissarin mit dem Titelgewinn aus dem Schatten Heidlers, die die nationale Szene jahrelang dominierte. Doch Klaas war dennoch nicht ohne Erfolge, auch wenn sie nicht im Rampenlicht stand: Sie war beste Deutsche als Vierte bei den Europameisterschaften 2012. Bei den Olympischen Spielen in London verbesserte sie sogar ihre persönliche Bestmarke auf 76,05 Meter und wurde am Ende Fünfte. In diesem Jahr verbesserte sie die europäische Jahresbestleistung auf 74,55 Meter. Jetzt soll nach dem deutschen Titelgewinn endlich auch eine internationale Medaille her: Bei der Leichtathletik-Europameisterschaft in Zürich, die am vom 12. August beginnt. Ungeachtet ihrer momentan überragenden Form bleibt Klaas zurückhaltend: „Momentan bin ich auf dem vierten Platz auf der europäischen Bestenliste. Trotz aller Zuversicht nach der deutschen Meisterschaft werden die Karten in Zürich wieder neu gemischt.“

Klaas ist eine Risikowerferin

Ein Grund ihres steten Erfolgs war der Wechsel 2012 zu Trainer Helge Zöllkau: „Er hat mir geholfen meine individuellen Stärken besser herauszuarbeiten.“ Denn Klaas ist keine typische Hammerwerferin. Mit 1,68 Meter und etwa 73 Kilo gehört sie zu den Leichtgewichten in der Hammerwurf-Szene. Und diese körperlichen Voraussetzungen zwingen sie bis ans Äußerste zu gehen. Es sei eben ein wesentlicher Unterschied, ob 73 oder mehr als 90 Kilo an dem Vier-Kilo-Hammer hängen. „Ich bin mehr die Risikowerferin. Ich brauche eine stabile, saubere Technik. Allerdings kann dabei alles zwischen 68 und 75 Metern herauskommen. Einen Sicherheitswurf mal so auf 70 Meter kann ich nicht.“ Jetzt geht´s für Klaas, die seit 2010 in Bornheim lebt, bis zum 6. August ins Trainingslager, wo sie sich auf ihr großes Ziel vorbereitet. Dafür gönnt sie sich keine Ruhepause. „Gleich nach der Vorbereitung werden die Koffer gepackt und los geht´s. Es ist für mich an der Zeit. So nah war ich noch nie dran. Ich will aus Zürich unbedingt etwas mit nach Hause nehmen.“

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