Es hängt alles am Budget

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Erst in der zweiten Saisonhälfte der Baseball-Bundesliga kamen die Hornets in Schwung. Zu spät.

Bad Homburg – Auf dem letzten Tabellenplatz haben die Bad Homburg Hornets die Play-down-Runde in der Baseball-Bundesliga (Staffel Süd) abgeschlossen. Eigentlich müssten sie in der Abstiegsrelegation antreten. Doch dazu wird es vermutlich nicht kommen.

Roland Spitzegger ist ein Mann klarer Worte. Den Saisonverlauf der Bad Homburg Hornets fasst der Spieler-Trainer mit einem Wort zusammen: „Durchwachsen“. Nur drei der 24 Spiele in der Hauptrunde haben die Kurstädter gewonnen, gegen die Top-Teams aus Heidenheim und Regensburg setzte es derbe Klatschen. Erst am letzten Spieltag der Play-down-Runde gegen Stuttgart gelang es dem Schlusslicht, einen „Doubleheader“ – also zwei Spiele in Serie – für sich zu entscheiden. Für Spitzegger „ein versöhnlicher Abschluss“ – mehr aber auch nicht. Denn schon vor dem Saisonfinale stand im Grunde fest, dass die Hornets die Schwaben nicht mehr überholen können. Dazu fielen die Niederlagen in der Hinrunde zu deutlich aus. „Stuttgart hat zwar den besten Pitcher aufgeboten, aber sonst eher mit einer Reserve-Mannschaft gespielt“, sagt der Spieler-Trainer.

Trainer springt ein

Hornets-Trainer Roland Spitzegger wünscht sich bis zu sechs Neuverpflichtungen.

Auch die Hornets traten mit einem Rumpfteam an, allerdings nicht freiwillig. Der ohnehin kleine Kader bestehend aus 13,14 bundesligaerprobten Spielern wurde im Saisonverlauf durch größere Verletzungsprobleme zurückgeworfen. Zeitweise standen den Homburgern nur neun Spieler zur Verfügung und Spitzegger musste einspringen. Für den ehemaligen österreichischen Nationalspieler ist die fehlende Kadertiefe nur ein Faktor für die mäßige Saison. Vor allem die Pitcher ließen bei ihren Würfen zunächst jegliche Präzision vermissen. „Damit steht und fällt die Defensive“, sagt der 43-Jährige. Erst in der zweiten Saisonhälfte zeigten sich die Pitcher um Peter Ackermann und Jennell Hudson verbessert. Da liefen die Hornets aber schon der Konkurrenz hinterher.

Nur der speziellen Situation in der Südstaffel ist es geschuldet, dass die Homburger wohl auch im neuen Jahr erstklassig sind. Da im Vergleich zur Nordstaffel nur sieben Teams gemeldet sind, gibt es keinen Direktabsteiger. Die Hornets als Tabellenletzter müssten den Gang in die Relegation antreten. Die Spiele sind für den 22. und 23. September terminiert. Ob es zum Vergleich mit dem zweitstärksten Team aus dem Unterhaus (Tübingen oder Neuenburg) kommt, ist aber fraglich.

Von Saison zu Saison

Schon in der Vorsaison hatte der Zweitligist auf die Relegation verzichtet und den Hornets damit den vorzeitigen Klassenerhalt beschert. „Es muss das Geld und Potenzial da sein, um den Sprung in die Bundesliga zu wagen. Da haben viele Vereine ihre Bedenken“, sagt Spitzegger. Die Kurstädter kennen die Problematik. Planungssicherheit haben sie nicht, hangeln sich mit ihren beschränkten Möglichkeiten von Saison zu Saison. Im Rennen um gute deutsche Spieler aus der Region haben die Hornets meist das Nachsehen. „Vereine wie Mainz sind attraktiver für die Jungs“, weiß der Österreicher. Den Verbandsliga-Spielern des Klubs fehlt es an Qualität, um die Lücke zu schließen. Fünf bis sechs Verstärkungen wünscht sich der Trainer für die neue Saison. Darunter soll auch der ein oder andere Pitcher sein. „Vielleicht schaffen wir es auch, ein paar Amerikaner zu verpflichten“, hofft Spitzegger. Wenn es das geringe Budget zulässt. zin

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