Gründe für den Sieg

Darum gewinnen wir  gegen Ghana

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Toni Kroos und Thomas Müller (rechts) haben gegen Portugal für eine Übermacht im Mittelfeld gesorgt. Das muss auch gegen Ghana gelingen.

Fortaleza – Flexibilität im Team, Ghana in der Krise und der unbändige Siegeswille. Der EXTRA TIPP nennt Gründe, warum Deutschland heute gewinnt. Von Axel Grysczyk 

Samstagabend geht’s bei der Weltmeisterschaft gegen Ghana. Auch im Taunus gibt es bei zahlreichen Public-Viewings wieder die Möglichkeit, die deutsche Mannschaft lautstark anzufeuern. Ob’s für einen Sieg reicht? Auch beim WM-Turnier 2010 startete die DFB-Elf mit einem 4:0, musste sich aber im zweiten Spiel dann mit 0:1 gegen Serbien geschlagen geben. Der EXTRA TIPP hat sieben Gründe aufgelistet, warum wir heute gewinnen.

Ersatzspieler sind top

Unsere Ersatzspieler sind top: Beim Sieg gegen Portugal blieben zunächst drei „Einhunderter“ auf der Bank. Miroslav Klose mit 132 Länderspielen, Lukas Podolski (115, wurde später eingewechselt) und Bastian Schweinsteiger (102). Welches Team kann sich so einen Luxus leisten? Dazu ist Miroslav Klose unser Rekord-Torschütze mit 69 Treffern. Auch André Schürrle kommt derzeit von der Bank. Bei einem langen Turnier mit einer solchen hohen körperlichen Belastung kann das von Vorteil sein. Und es macht die Truppe von Joachim Löw für den Gegner unberechenbar.

Deutschland kann alles spielen: Durch die Flexibilität in der Mannschaft ist Jogi Löw in der Lage, sein Team fast jedes System spielen zu lassen. Vier zweikampfstarke Innenverteidiger auf einer Linie wie im ersten Spiel oder doch zwei stürmende Außenverteidiger mit Eric Durm und Phillip Lahm – alles ist möglich. Eher zwei spurtstarke offensive Mittelfeldakteure mit André Schürrle und Lukas Podolski oder doch lieber die spielerische Variante mit Mario Götze und Mesut Özil – für Löw mögliche Gedankenspiele. Und wenn der Trainerstab einen Stoßstürmer favorisiert, kann er auf Miroslav Klose zählen.

Ghana ist in der Krise

Deutschland bekommt Respekt: Das 4:0 zum Auftakt gegen Portugal hat bei den anderen WM-Teilnehmern Spuren hinterlassen. Selbst Diego Maradona ist tief beeindruckt. „Deutschland hat die Perfektion gestreift“, sagte die Fußball-Ikone. Imponierend sei auch die physische Überlegenheit gewesen. „Deutschland macht angesichts der körperlichen Stärke Angst“, sagt er. Das wird auch Ghana bemerkt haben und wird sich in ihren Köpfen festgesetzt haben.

Ghana in der Krise: Trainer Kwesi Appiah steht nach seinen taktischen Fehlgriffen beim 1:2 gegen die USA schon jetzt intern unter gehörigem Beschuss, auch Schalkes Mittelfeldantreiber Kevin-Prince Boateng macht öffentlich keinen Hehl aus seinem Ärger. Der ansonsten gar nicht mitteilungsfreudige nationale Fußballverband GFA sah sich sogar gezwungen, einheimische Medienberichte über einen Aufstand der Führungsspieler zu dementieren. „Es gibt keine Revolte, keine Spieler sind in eine Meuterei verwickelt“, hieß es in der Mitteilung kategorisch. Nach den Meldungen hätten sich einige Routiniers aus Unverständnis über Appiahs taktische Experimente entschieden, ihren Protest durch einen Boykott bei einem Geheimtraining am Dienstag auszudrücken. Auch eine Pressekonferenz in Ghanas Teamquartier in der brasilianischen Küstenstadt Maceió habe deswegen kurzfristig abgesagt werden müssen.

Der Boateng-Motivationsfaktor

Ghana hat schon mal verloren: Auch bei der WM in Südafrika traf die deutsche Mannschaft in der Vorrunde auf Ghana. Damals siegte Deutschland mit 1:0. Den Treffer erzielte Mesut Özil. Und der könnte heute auch ruhig wieder mal hinlangen...

Der Boateng-Motivationsfaktor: Jerome Boateng wird im Spiel gegen Ghana besonders motiviert sein. Schließlich trifft der deutsche Abwehrmann auf seinen Halbbruder Kevin-Prince, der für Ghana aufläuft. Und auch den Rest des deutschen teams hat Kevin-Prince Boateng vor der WM angestachelt. Sein Urteil: Im deutschen Team würden „richtige Typen“ fehlen, und daher habe die Truppe keine Charakter-Stärke.

Wir sind titelgeil! Die Mannschaft, der Trainer und die Fans – alle haben den Titel nach dem letzten großen Triumph bei der Europameisterschaft 1996 mehr als verdient. Sie sind erfahren, fokussiert, bereit sich zu quälen und diesmal haben sie bestimmt auch mal das Quäntchen Glück.

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