Kleine Lifte hoffen auf Schnee:

Große Sprünge nicht möglich

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Abwechslungsreicher wird die Abfahrt, wenn man wie EXTRA-TIPP-Redaktionsleiter Axel Grysczyk eine der kleinen Sprung-Rampen benutzt.

Schmitten – Äste biegen sich unter dem Neuschnee, es knirscht unter den Schuhen und die Luft ist klar wie an einem arktischen Morgen. Die Landschaft um den Feldberg bekommt bei Schnee im Winter alpinen Charakter. Und da dürfen ein paar Schwünge auf Skiern nicht fehlen. Von Axel Grysczyk

Nicht nur für Anfänger geeignet: Auch versierte Fahrer kommen auf der „Heimlichen Wiese“ auf ihre Kosten.

Möglich ist das am Treisberg, Pechberg und am Hang am ehemaligen Posterholungsheim jeweils in Schmitten. Dass es jetzt wieder warm wird, sieht Frank Pirr, Betreiber der Anlage am Posterholungsheim und Teilhaber am Treisberg, mit Sorge. Denn jedes Jahr wird die Kalkulation enger.

Kleine Lifte rentieren sich längst nicht mehr

„Früher sind mehr Kinder nach der Schule zum Skifahren gekommen“, sagt Pirr. Aber jetzt habe der Nachwuchs viel öfter auch am Nachmittag Unterricht. Da fehle die Zeit. Dadurch wird die Rentabilität der Lifte im Taunus auf eine harte Probe gestellt. Pirr: „Ich betreibe die Anlagen seit 1970, habe damals sozusagen mein Konfirmationsgeld reingesteckt, Jetzt ist es eigentlich mehr ein Hobby.“ Denn gerade die Versicherung für den Lift fresse die bisherigen Einnahmen dieses Jahres fast komplett auf. „Ich hoffe daher auf eine Menge Schneetage im Januar“, sagt der 57-Jährige, der früher oft selbst auf den Brettern stand.

Liftmotor ist 30 Jahre alt

Auch, dass der Elektromotor des Lifts, der seit 30 Jahren seinen Dienst tut, mal kaputt gehen könnte, macht Pirr unruhig. „Dann müssten wir halt sehen, ob man die alten Spulen nochmal neu wickeln lassen kann“, sagt er. Alles andere wäre viel zu teuer. Bis jetzt habe sein Kompagnon, ein 81-Jähriger Lift-Spezialist, es immer hinbekommen. Pirr: „Das dauert bei ihm höchstens zwei Stunden.“ Dann rotiert das zwei Zentimeter dicke Stahlseil wieder und der Betrieb kann weitergehen.

"Wäre Schade wenn ein solches Angebot im Taunus verloren geht"

Die Vorfreude ist groß: Lift-Betreiber Frank Pirr (links) knipst die Liftfahrkarte am Arm von Axel Grysczyk ab.

Für Pirr ist der Lift eine Herzensangelegenheit. Er wolle vor allem ein Angebot für die Kinder aufrecht erhalten. An einem normalen Schneetag kommen unter der Woche zehn bis 20 Skibegeisterte, um den Hang am ehemaligen Posterholungsheim, der offiziell „Heimliche Wiese“ heißt, hinunter zu sausen. An Wochenenden sind es deutlich mehr Besucher, die die 250 Meter Länge Skispaß nutzen. Bei großem Andrang kann Pirr sogar eine Verlängerung von 100 Metern am Ende des Lifts in Betrieb nehmen. Die eine oder andere Schanze auf dem Hang erhöht den Spaßfaktor und die ergibigen Schneefälle in der vergangenen Woche machten sogar leichtes Tiefschneefahren am Rand der Piste möglich. Zwölf Fahrten kosten fünf Euro, für vier Stunden zahlt man zehn Euro.

Pirr will auf alle Fälle die nächsten Jahre weitermachen. Er arbeitet als Krankenpfleger und da kann er sich oft seine Schichten so legen, dass er als Liftboy tagsüber einspringen kann. „Aber langfristig weiß ich nicht, wie es weitergeht, sollte ich mal aufhören“, sagt er und fügt hinzu: „Das wäre echt schade, wenn ein solches Angebot im Taunus verloren geht.“

Redaktionsleiter brettert Piste hinunter

Abwechslungsreicher wird die Abfahrt, wenn man wie EXTRA-TIPP-Redaktionsleiter Axel Grysczyk eine der kleinen Sprung-Rampen benutzt.

Schmitten - EXTRA-TIPP-Redaktionsleiter Axel Grysczyk brettert mit einer Videokamera zwischen den Beinen die Piste am ehemaligen Posterholungsheim in Schmitten hinunter.

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