Golfclub Neuhof: Paul Zanzig ist in der Bundesliga angekommen

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Die Aufsteiger-Mannschaft: Tom Barzen (stehend von links), Paul Zwanzig, Benedict Gebhardt, Ludwig Schäfer, Tim Göller, Peter Pfaff, Sebastian Eisert, Kevin Guilini, Lukas Richter, Marco Ullmann (sitzend von links), Joseph Hausberger, Marky Honner, Marc Betsch, Trainer Michael Mitteregger und Kapitän Norman Schenk.

Dreieich - Der Golfclub Neuhof hat den Aufstieg in die Erste Bundesliga gepackt. Im Oberhaus will das Team um Youngster Paul Zwanzig mehr als nur Spielball für die Gegner sein.

Auf fünf Prozent hatte Mannschaftskapitän Norman Schenk die Aufstiegschancen des Golfclubs beziffert. Neuhof musste den letzten Spieltag als Erster abschließen, Top-Favorit Reichswald durfte nur Vierter werden. Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Doch es kam alles anders. Während Reichswald auf den Schlussrunden 14 Schläge einbüßte, wuchsen die Dreieicher auf der heimischen Anlage über sich hinaus und verdrängten den Rivalen noch von der Tabellenspitze. „Im Grunde war die Sache schon gegen uns gelaufen“, blickt Schenk zurück, „als dann die offizielle Auswertung vorlag gab es für uns kein Halten mehr.“

Damit ist dem Golfclub in nur zwei Jahren der Durchmarsch von der Hessenliga ins Oberhaus gelungen. Mit einem beinahe unveränderten Kader, dem auch der 18 Jahre alte Paul Zwanzig angehört. Vor zwei Jahren wechselte das große Talent aus Seligenstadt nach Dreieich und darf sich jetzt Bundesliga-Aufsteiger nennen. Nebenbei gewann er im Mai die Offenbacher Stadtmeisterschaft und stellte in Seligenstadt mit einer Runde Sechs-Unter-Par den dortigen Platzrekord ein. „Zwischendrin hatte ich mal eine kleine Schwächephase, insgesamt war die Leistung aber in Ordnung“, sagt Zwanzig.

Rohdiamant ist wichtiger Baustein

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Bescheidene Töne eines jungen Golfers, der von Trainer Michael Mitteregger als „Rohdiamant“ bezeichnet wird und seine Stammvorgabe (Handicap) auf 1,9 verbesserte. Im vergangenen Herbst schaffte Zwanzig den Sprung in die erste Mannschaft und wurde erstmals im Juli in St. Leon eingesetzt. „Nach anfänglicher Nervosität hat er sich gut in der neuen Liga eingefunden“, bescheinigt ihm Teamkapitän Schenk.
Am vorletzten Spieltag in Reichswald glänzte der Youngster mit einer Par-Runde und hatte damit maßgeblichen Anteil am Gesamtsieg der Mannschaft. Auch in der Bundesliga soll der Seligenstädter ein wichtiger Baustein im Kader werden. Schenk: „Paul hat die besten Voraussetzungen, sich auch in Zukunft sehr gut zu entwickeln. Wir trauen ihm noch dieses Jahr ein Handicap von Null zu. Nächstes Jahr wird er im Plus-Bereich sein.“

Die Bundesliga hat einen besonderen Mythos

Für Jugendliche wie Paul Zwanzig sei der Aufstieg eine zusätzliche Motivation. „Die Bundesliga“, betont der Mannschaftskapitän, „hat einen besonderen Mythos.“ Personell wird sich nicht viel ändern. Angst, dass seinen Jungs im Kräftemessen mit den Elite-Teams aus Stuttgart oder St. Leon die Knie schlottern können, hat Schenk nicht. Er setzt weiter auf den guten Zusammenhalt, getreu dem Motto „Elf Freunde müsst ihr sein.“ Alleine mit Teamgeist lässt sich der angepeilte Klassenerhalt freilich nicht realisieren. So sollen Mental-Coaching und Fitnessprogramm intensiviert werden, ein Physiotherapeut auch an den Spieltagen zum Einsatz kommen. Auch wegen der gestiegenen Reisekosten muss der Golfclub das Budget deshalb etwas anheben. „Aber für das Abenteuer Bundesliga nehmen wir das gerne im Kauf“, sagt Schenk, für den das Image des elitären Golfsports der Vergangenheit angehört. Vielmehr habe sich ein Wandel vollzogen. Früher, erzählt der Frankfurter, gab es das Bild von älteren Männern, die eine Golftasche über den Platz schleppen. Heute seien die jungen Spieler durchtrainiert und haben Vorbilder wie Tiger Woods. Wie ein Paul Zwanzig. zin

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