„Giraffen“ nach Stotterstart in Fahrt

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Paul Reyes übernimmt beim TV Langen viel Verantwortung. Die „Giraffen“ überzeugen vor allem durch ihre Heimstärke.

Region Rhein-Main – Die Drittliga-Basketballer (ProB) des TV Langen sind nach einem Stotterstart richtig in Fahrt gekommen. Umgekehrt verlief die ProB-Saison bislang für den Lokalrivalen aus Hanau. Nach rasantem Beginn wurden den White Wings zuletzt die Flügel gestutzt.

Das regionale Trio komplettiert das Junior-Team der Fraport Skyliners mit ausgeglichener Bilanz.

Zu Hause hui, auswärts pfui – so lässt sich die Hinrunde des TV Langen zusammenfassen. Neben Spitzenreiter Rhöndorf sind die „Giraffen“ als einziges Team der Südstaffel ohne Heimniederlage. „Wir sind in gewohnter Umgebung, das macht sich bemerkbar. Ich denke auch deswegen werfen die Jungs in Heimspielen wesentlich besser“, sagt Ty Shaw. In seiner Premieren-Saison als Trainer hat der Ex-Profi eine ausgeglichene Mannschaft geformt. Ohne die großen Namen, dafür aber mit vielen Optionen. Ob Tobias Jahn, Joscha Domdey, Paul Reyes oder Martinis Woody – sie alle übernehmen Verantwortung, wenn es drauf ankommt. „Die Unberechenbarkeit“, sagt Kapitän Sebastian Barth, „ist sicher eine Stärke von uns.“ Vor allem die beiden US-Amerikaner erweisen sich als Glücksgriff für die „Giraffen“. Guard Reyes führt das Team mit knapp 20 Punkten pro Spiel an, Center Woody räumt mächtig unter den Körben ab (neun Rebounds). Ein glückliches Händchen auf dem Transfermarkt benötigen die Langener auch. Das geringe Budget schränkt die Suche ein. Als Ausbildungsverein setzt der Traditionsklub verstärkt auf junge Talente. Die Verantwortlichen scheinen die richtige Mischung gefunden zu haben. Nach Startschwierigkeiten gewannen die „Giraffen“ sieben der letzten acht Spiele und überwintern auf Platz vier.

Drei Niederlagen in Serie für die White Wings

In dieser Tabellenregion fanden sich zum Saisonstart auch die Hanau White Wings wieder. Zuletzt zeigte die Formkurve des ambitionierten Drittligisten allerdings deutlich nach unten. Den Hanauern gelang es nicht, den zwischenzeitlichen Ausfall von Leistungsträgern wie Laron Griffin, David Michalczyk und Marco Völler zu kompensieren. Auch Trainer Hans Beth musste krankheitsbedingt mehrere Wochen passen. Die Folge: Drei Niederlagen in Serie und der Absturz auf Platz neun, der nicht zur Playoff-Teilnahme berechtigt. Symptomatisch für die jüngste Verfassung war der Auftritt in Langen. Nach guter erster Hälfte hatten die Hanauer nach dem Wechsel nichts mehr zuzusetzen und unterlagen deutlich. Überraschend kommt die Heimschwäche der White Wings, deren Spiele im Vergleich viele Zuschauer besuchen. Während Hanau offensiv zu den stärksten Teams zählt, fehlt in der Verteidigung die Konstanz. „Wir müssen die letzten Wochen aufarbeiten, uns in der Pause sammeln und wieder zu unserem Spiel finden“, richtet Beth den Blick nach vorne.

Wichtiger als Platzierung ist die Förderung der Talente

Zwischen den Rivalen aus Langen und Hanau rangieren die Junior Skyliners auf Platz sechs. Sechs Siege, sechs Niederlagen stehen für die Bundesliga-Reserve zu Buche. Wichtiger als die Platzierung ist die Förderung der Talente, die einmal den Sprung in den Profi-Kader schaffen sollen. Den Doppellizenzspielern Konstantin Klein, Johannes Voigtmann und Danilo Barthel ist dies bereits gelungen. Sie meistern den Spagat zwischen dritter und erster Liga, bestreiten am Wochenende zumeist zwei Spiele. „Bei den Juniors arbeite ich an meinen Stärken und Schwächen, bei den Profis kann ich viel dazu lernen“, sagt Voigtmann.

Einen Schritt weiter ist Danilo Barthel, der von Trainer Muli Katzurin viel Spielzeit im Profiteam erhält. Auch Konstantin Klein gehört zur festen Rotation. „Die drei müssen physisch noch zulegen, sind aber schon jetzt eine Bereicherung für die Profis“, sagt Ex-Kapitän Pascal Roller. Erfolg oder Misserfolg der Juniors hängt stark von der Verfassung des Trios ab. Hinzu kommt Larry Wright, der ebenfalls schon Einsätze bei den Profis erhielt und mit 21,5 Punkten im Schnitt erfolgreichster Werfer der Reserve ist. Sind alle Mann an Bord, können die Juniors in der Liga jeden schlagen.

Die Lokalrivalen können davon ein Liedchen singen. Langen kam mit 53:103 in Frankfurt unter die Räder, Hanau kassierte eine 65:89-Heimpleite. „Auf diesen Leistungen können wir aufbauen“, sagt Trainer Eric Detlev. zin

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