Gipfelstürmer kraxeln bald an eigener Wand

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Daniel Sterner ist der Vorsitzende der Frankfurter Sektion des Alpenvereins.

Frankfurt – Das Sportklettern boomt. Um den Trend zu bedienen und den eigenen Nachwuchs besser zu fördern, investiert die Frankfurter Sektion des Alpenvereins 2,5 Millionen Euro in ein eigenes Kletterzentrum. Von Norman Körtge

Luise Raab auf den Weg nach oben – zuletzt gewann sie die Deutsche Meisterschaft. Ab Dezember kann sie in der neuen Kletterhalle des Frankfurter Alpenvereins trainieren.

Luise Raab wird wahrscheinlich ab Dezember weniger Zeit im Auto und dafür mehr in der Kletterwand verbringen. Denn die 19-jährige Frankfurterin, die gerade erst wieder Deutsche Meisterin im Klettern geworden ist, fährt, für gute Trainingsmöglichkeiten, bislang entweder nach Darmstadt oder bis nach Frankenthal bei Ludwigshafen. Doch wenn alles planmäßig verläuft, wird sie Ende des Jahres die bis zu 14 Meter hohe Kletterwand an der Homburger Landstraße 283 in Frankfurt hochkraxeln können. Für 2,5 Millionen Euro baut die Frankfurter Sektion des Alpenvereins dort ein Kletterzentrum, um den eigenen Athleten optimale Trainingsmöglichkeiten bieten zu können. Und natürlich, um den seit Jahren anhaltenden Trend aufzufangen.

Der Bau des Kletterzentrums ist eine Investition in die Zukunft. „Sektionen mit Kletterhalle verzeichnen einen erheblichen Mitgliederzuwachs“, sagt Vorsitzender Daniel Sterner, dessen Sektion zirka 6000 Mitglieder zählt, davon etwa 1000 Kinder und Jugendliche. Die Kletter-Szene boome unter anderem deshalb, weil der Leistungsgedanke mehr und mehr Einzug gehalten habe und trendige Modemarken tun ihr übriges.

Spezielle Beleuchtung und Belüftungsanlage

Es sei die Vielseitigkeit, die Luise Raab von Anfang an an der Sportart gereizt hätte. Seit zehn Jahren klettert sie schon und zählt die drei Disziplinen auf: Beim so genannten Bouldern wird nur in Absprunghöhe geklettert, beim Lead-Klettern benötige man Ausdauer und beim Speed-Klettern gehe es eben um die Geschwindigkeit.

Zwar gibt es mit der T-Hall in Fechenheim bereits eine große Kletterhalle in Frankfurt, doch diese würde nicht die Anforderungen moderner Sportkletterer erfüllen. Früher habe man die Kletterwände wie Felsen aussehen lassen. Heute sind es ganz normale Wände, die mit ihren Bohrungen für die Griffe eine größere Flexibilität bei der Routenlegung zulassen, so Sterner.

Bei der Planung der rund 500 Quadratmeter großen Kletterhalle mit großzügigem Boulderbereich – die direkt neben der jetzigen Geschäftsstelle entsteht – habe die Sektion viele Erfahrungen aus anderen Hallen einfließen lassen. So wird es eine speziell abgestimmte Beleuchtung geben, die nicht blendet, sowie eine leistungsstarke Belüftungsanlage, die den Staub des Talkumpulvers auffangen soll. Zudem sei ausreichend Platz für neue Umkleiden und Lagermöglichkeiten eingeplant worden. Sterner rechnet damit, dass schon Mitte oder Ende Februar mit den Bauarbeiten begonnen werden kann.

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