Gewonnen wird im Kopf

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Am Makoto, einem aus Japan stammenden Trainingsgerät für Schnelligkeit und Konzentration, lässt Senseido-Coach Peter Picard auch Fechterin Florina Plachta üben.

Offenbach/Heusenstamm – Sportler trainieren vorrangig ihren Körper und ihre Technik. Bei mentalem Training überwiegt die Skepsis. Auch die Offenbacher Fecht-Nachwuchshoffnung Florina Plachta dachte so. Bis die 17-Jährige die Senseido-Technik von Peter Picard kennen lernte und verinnerlichte. Von Norman Körtge

Florina Plachta setzt im Fechttraining einen Treffer.

„Anderen mag das vielleicht helfen, ich brauche das nicht“, dachte Florina Plachta noch vor wenigen Wochen über mentales Training. Mittlerweile hat die 17-jährige Heusenstammerin, die für den Fechtclub Offenbach ficht, ihre Meinung nach einem Zwei-Tages-Seminar und einem folgenden Einzelcoaching beim Offenbacher Senseido-Coach Peter Picard geändert.

„Am Anfang stand die Frage, warum ich bei einigen Wettkämpfen Bestleistung zeigte, bei anderen aber nur mittelmäßig war“, berichtet Plachta. Und das trotz gleicher Trainingsleistung. Im Rückblick wurde deutlich: Es war ihre innere Einstellung, die über Sieg oder Niederlage entschied.

Nach dieser Erkenntnis entwickelte sie mit Picard ein individuelles Ritual, das die 17-Jährige jetzt vor Wettkämpfen anwendet. Es nimmt Ängste und stärkt das Selbstbewusstsein. „Das fängt schon morgens beim Aufstehen an“, erzählt die Degenfechterin. Weitere Phasen sind dann etwa das Betreten der Wettkampfstätte, die unmittelbare Vorbereitung auf den Kampf und dann das Duell selbst. Was genau die Inhalte des Rituals sind, darüber schweigen sich Picard und Plachta natürlich aus. Das ist ihr Erfolgsgeheimnis. Nur so viel: Beim Entwickeln des Rituals dreht sich alles um drei Fragen: Wie rede ich mit mir selbst? Welche Bilder habe ich im Kopf und welche Gefühle erzeugen sie? Was für eine Körpersprache habe ich? Für Plachta bedeutet all dies: „Ich gehe mit der Sicherheit, dass ich gewinne, in den Kampf.“

„Gewonnen und verloren wird im Kopf“, weiß Picard aus eigener Erfahrung. Seit frühster Kindheit hat sich der mehrfache nationale und internationale Taekwondo-Meister sowie Weltrekordler mit den Zusammenhängen zwischen Psychologie und Leistungssport beschäftigt. Daraus hat er sein Senseido-Programm entwickelt (nachzulesen im Internet unter http://www.extratipp.com). „Wer die Macht seines Unterbewusstseins gezielt einsetzt, es richtig programmiert, der kann Höchstleistungen erzielen“, sagt er.

Dabei gehe es nicht zwangsläufig immer um Rekorde oder Titel. Wichtig sei die Erkenntnis, dass der Sportler das Beste aus sich herausgeholt habe. Das hat Florina Plachta umgesetzt: Vor drei Wochen ist sie in ihrer Altersklasse Deutsche Meisterin im Degenfechten geworden.

Infos: http://www.senseido.de

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