Noch nie hat die SGE in der Bundesliga in Mainz gewonnen

Gegen Mainz braucht Eintracht Frankfurt Punkte statt Prestige

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Kann Eintracht Frankfurt wie hier Stefan Aiger (Mitte), gegen den Pablo de Blasis (links) die Mainzer zuhause mal ins Straucheln bringen?

Frankfurt - Das Nachbarschafts-Duell gegen Mainz 05 ist kurz vor Ende der Vorrunde ein Schicksalsspiel für Eintracht Frankfurt. Statt um Prestige, geht es um wichtige Punkte gegen die Abstiegsplätze und für eine bessere Stimmung im Team. Von Dirk Beutel

Die Stimmung nach der Partie der Frankfurter Eintracht gegen Bayer Leverkusen vergangenes Wochenende war bezeichnend. Irgendwas zwischen Frust und Ohnmacht. Keiner hatte ernsthaft auf einen Sieg gehofft. Dafür aber wenigstens einen „Jetzt-erst-recht“-Auftritt. Ein Aufbäumen gegen den drohenden Abstieg in der Tabelle. Doch davon war schon wieder kaum etwas zu erkennen. Dass zurzeit kaum einer der Routiniers seine Leistung abrufen kann drückt erheblich auf die Stimmung. Makoto Hasebe, leidet noch immer an einer Schambeinentzündung, Stefan Aigner, Alex Meier, allesamt sind von der Rolle und es scheint keine Kehrtwende in Sicht. Nicht nur bei den Adler-Anhängern, sondern allmählich auch innerhalb der Mannschaft. Zumal das Lazarett bei der Eintracht immer voller wird. Nach Marco Russ (Muskelverletzung im Oberschenkel), Stefan Reinartz (Patellasehnenentzündung) fällt mit nun auch Stürmer Luc Castaignos (Syndesmoseoperation) ein weiterer Leistungsträger längerfristig aus. Und das auch noch im Sturm. Dort, wo es ohnehin schon seit einigen Spieltagen nicht laufen will. Wie am Freitag bekannt wurde zog sich Marc Stendera im Training eine Adduktorenverletzung zu und wird nach Angaben von Trainer Veh "wahrscheinlich ausfallen."

Eine Pleite wäre fatal fürs Selbstbewusstsein

Auch Haris Seferovic, der seine Gelbsperre abgesessen hat und gegen Mainz wieder auflaufen wird, bleibt hinter den Erwartungen zurück. Und jetzt stehen die wichtigen Derbys an. Am Samstag in Mainz 05 (Anpfiff ist um 15.30 Uhr), eine Woche kommt der SV Darmstadt 98 in die Commerzbank-Arena. Das sind nicht nur geografische Nachbarn, sondern auch direkte Konkurrenten in der Tabelle. Hier geht es um mehr, als nur Prestige. Würde ein Erfolg ausbleiben, wäre das, kurz vor Ende der Vorrunde, mehr als fatal. Fatal fürs ohnehin schon angekratzte Selbstbewusstsein, fatal für die Tabellensituation. Nicht um seine Rolle im Rhein-Main-Gebiet zu untermauern, sondern auch um wieder in erster Linie etwas Ruhe in die Mannschaft zu bekommen, sind also ein paar Punkte umso wichtiger. Nicht umsonst hatte Eintracht-Manager Bruno Hübner vier Punkte in den kommenden beiden Spielen gefordert. Doch gegen Mainz hatte die Eintracht bislang selten gut ausgesehen. In 14 Begegnungen gewann die SGE dreimal, siebenmal gab es ein Unentschieden, viermal gingen die Mainzer als Sieger vom Platz. Aber: Von den bislang sieben Erstligaduellen in Mainz konnte die Eintracht keines für sich entscheiden.

Personalsorgen werden immer gravierender

Die Mainzer haben zuletzt ein Unentschieden gegen Köln und einen Dreier gegen Wolfsburg geholt. Am heutigen Samstag gelten sie als der Favorit der Partie. Da der SGE-Sturm-Motor nach wie vor nicht anspringen mag, muss in Mainz die Defensive umso sicherer stehen. Doch selbst dort plagt Trainer Armin Veh eine Baustelle nach der anderen. Bis Redaktionsschluss war sogar der Einsatz von Abwehrchef Carlos Zambrano fraglich. Der Peruaner hatte das Training am Donnerstag krankheitsbedingt abbrechen müssen. Seitdem nimmt er Medikamente. Einen leistungsstarken Ersatz sucht man auf der Reservebank vergebens. Nicht nur im Sturm ist die Personaldecke dünn, auch in der Abwehr gehen Armin Veh zunehmend die Alternativen aus. Für einen Einsatz stehen nur der formschwache Timothy Chandler und der 19-jährige David Kinsombi zur Verfügung. Bis zum Ende der Vorrunde wird sich also die Personalsituation kaum bessern. Daher wird in ihrer momentanen Verfassung niemand ernsthaft eine spielerisch überragende Vorstellung von der Eintracht erwarten. Zumindest aber eine kämpferische.

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