Keine Sieg-Hoffnungen gegen Augsburg

Bei Eintracht Frankfurt ist die Luft raus

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Der Leverkusener Emre Can  (links) im Zweikampf mit dem Frankfurter Marco Russ. Doch alle Mühe war erfolglos. Leverkusen gewann mit 2:0.

Frankfurt  - Über die Fernseh-Millionen, die pro Tabellenplatz ausgespielt werden, wurde bei der Frankfurter Eintracht in dieser Woche nicht mehr geredet. Zu ernüchternd war der Auftritt bei der 0:2-Niederlage gegen Leverkusen. Hoffnung auf einen Sieg gegen Augsburg gibt es nicht. Von Peppi Schmitt

Wirkliche Hoffnungen, die Mannschaft könnte sich beim Saisonfinale in Augsburg zusammenreißen, noch einmal gewinnen und den dreizehnten Platz doch noch verbessern, sind nicht vorhanden. „Die Luft war raus“, hatte unter anderem Marco Russ  nach der Pleite gegen die Werkself gesagt. Ob da nochmal Luft reinkommt, ist mehr als fraglich. Selbst das Abschiedsspiel von Trainer Armin Veh  in seiner Heimatstadt Augsburg dürfte für die Frankfurter Profis, die sich offenbar bereits im Ferienmodus befinden, keine besondere Motivation mehr sein.

Für einige Frankfurter geht es noch um etwas

Ganz anders liegt der Fall beim Gegner, der sich mit einem Sieg bei einem gleichzeitigen Punktverlust von Mainz 05 gegen den Hamburger SV sensationell für die Europa-League  qualifizieren würde. Für die Eintracht-Mannschaft geht es in Augsburg also sportlich um nichts mehr, einzelne Spieler freilich müssten aus ganz egoistischen Gründen an ihre Leistungsgrenze gehen. So Sebastian Jung, der von Bundestrainer Joachim Löw  für das Länderspiel am nächsten Dienstag gegen Polen nominiert worden ist. „Ich freue mich sehr und hoffe, dass ich auch eingesetzt werde“, hat der Verteidiger gesagt. Dazu aber müsste er erst einmal für die Eintracht trotz einer Wadenblessur spielen. Und er müsste sicher auch gut spielen. Oder Pirmin Schwegler, der unter der Woche seinen Abschied nach Ende der Saison bekannt gegeben hat, ausgerechnet zur TSG 1899 Hoffenheim und unter wenig souveränen Begleitumständen.

Verstimmung wegen des Schwegler-Wechsels

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Wird Armin Veh Griechenlands Nationaltrainer?

Bevor der Schweizer Nationalspieler, der eine Ausstiegsklausel in seinem Vertrag genutzt hat, die Eintracht informierte, hatte er sich schon in Hoffenheim für Fotos des Klubs ablichten lassen. Bei der Eintracht hat das Verhalten Schweglers für einige Verstimmung gesorgt.
Wohl auch, weil er indirekt seinen Noch-Arbeitgeber kritisiert hatte. In Hoffenheim habe ihn Trainer Markus Gisdol  in vielen Gesprächen vom Konzept des Klubs überzeugt und eine Perspektive aufgezeigt. Das Geld habe bei seinem Wechsel keine entscheidende Rolle gespielt. „Ich hätte auch bei der Eintracht gut verdienen können“, versicherte Schwegler, der fünf Jahre in Frankfurt gespielt hat, „aber ich suche eine neue Herausforderung.“ Bei der Eintracht, so klang es durch, habe sich zuletzt keiner wirklich um ihn bemüht. „Hier gab es andere Baustellen, die wichtiger sind, das muss ich akzeptieren“, sagte Schwegler.

Die größte Baustelle ist der neue Trainer

Die größte Baustelle ist die Suche nach dem neuen Trainer. Die hat unter der Woche zwar Tempo aufgenommen, ist aber noch nicht beendet. Die Eintracht fährt dabei ganz offensichtlich zweigleisig. Auf der einen Seite wird eine große Lösung mit einem Trainer von internationalem Format ins Auge gefasst. Mit Bernd Schuster (FC Malaga) und Roberto di Matteo  (ehemals FC Chelsea) wurden Gespräche geführt. Auf der anderen Seite ist auch eine kleinere Lösung mit einem Trainer aus der Zweiten Liga möglich. André Breitenreiter  vom SC Paderborn   soll da der Favorit sein, Frank Kramer von Greuther Fürth  der Außenseiter. Die Vorteile von Schuster und di Matteo: Ihre Verpflichtung könnte ziemlich schnell über die Bühne gebracht werden. Di Matteo ist seit seiner Entlassung beim FC Chelsea im November 2012 arbeitslos, lebt nach wie vor in London. Und Schusters Vertrag in Malaga verlängert sich nur, wenn er den zehnten Tabellenplatz erreicht, was schon am Sonntag bei einer Niederlage beim Spitzenreiter Atletico Madrid  nicht mehr möglich sein würde.

Breitenreiter hat eine Ausstiegsklausel

Komplett anders verhält es sich bei Breitenreiter und Kramer. Beide spielen mit ihren Klubs um den Aufstieg in die Bundesliga, beide stehen über die Saison hinaus unter Vertrag. Breitenreiter hat allerdings eine Ausstiegsklausel. Dass beide Übungsleiter sich in dieser Situation bedeckt halten und sich nicht auf die Eintracht festlegen werden, ist verständlich. Was die Entscheidungsfindung bei der Eintracht sicher nicht einfacher macht.

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