DFB-Damen auch ohne Gruppensieg Titelfavorit

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Celina Sasic (rechts) hier gegen die Ivorerin Fatou Coulibaly hat bislang dreimal für die DFB-Damen getroffen. Gegen die Norwegerinnen konnte die Frankfurter Stürmerin nicht so auftrumpfen.

Frankfurt - Frankfurts Nationalspielerinnen Kerstin Garefrekes und Kim Kulig schätzen im EXTRA TIPP die Titelchancen der deutschen Frauen-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Kanada ein. Von Dirk Beutel

Erst der 10:0-Erfolg gegen die Elfenbeinküste, am Donnerstag dann das ernüchternde 1:1 gegen Vize-Europameister Norwegen, obwohl man eigentlich ein gutes Spiel geboten, ja dominiert hatte. Doch am Ende reichte es wegen der mangelnden Chancenverwertung der DFB-Damen als amtierender Europameister nicht zu mehr. Trotz des verpassten Sieges steht die Truppe von Bundestrainerin Silvia Neid an der Spitze der Gruppe B der Weltmeisterschaft in Kanada.

Die Euphorie ist nach wie vor groß. Mindestens so groß wie die Motivation der deutschen Fußball-Damen.

Thailand - ein unbekannter Gegner

Am Montag trifft die Elf von Silvia Neid im letzten Gruppenspiel auf Thailand. Eine Mannschaft, die schwer einzuschätzen ist, sagt die verletzte FFC-Spielerin Kim Kulig, die nach der vergangenen Europameisterschaft wegen eines Kreuzbandrisses nun wieder bei einem großen Turnier zusehen muss. Mittlerweile viermal wurde sie bereits am rechten Knie operiert. Jetzt arbeitet sie als WM-Expertin für das Fernsehen.

„Das thailändische Team agiert überwiegend als Kollektiv. Da ist es schwer, Schlüsselspielerinnen zu nennen.“ Dennoch erwarte die 25-jährige Frankfurterin einen deutlichen Sieg des deutschen Teams. Dagegen sei der Gruppensieg keine Pflicht, wenn man nur weiterkomme: „Wenn man einen amtierenden Vize-Europameister in der Gruppe hat, ist das kein Muss.“

Deutsche haben sich an Kunstrasen schnell gewöhnt

Ex-Nationalspielerin Kerstin Garefrekes schätzt die Lage der DFB-Damen ähnlich ein und zählt neben Deutschland auch die Französinnen zum engeren Kreis der Favoriten, auch Norwegen sei durchaus eine Mannschaft auf Augenhöhe. Die erfahrene Mittelfeldspielerin bereut nicht ihren Schritt nach der WM 2011 aus der Nationalmannschaft ausgetreten zu sein: „Eine WM als Spielerin zu erleben, ist schon ein absolutes Highlight. Aber ich habe meine Entscheidung, nicht eine Sekunde lang bereut. Nun drücke ich dem Team, speziell natürlich meinen Frankfurter Teamkolleginnen, eben aus der Ferne alle Daumen.“

Echten Ärger löste im Vorfeld der Kunstrasen bei der Weltmeisterschaft unter Experten aus, der nicht nur ein höheres Verletzungsrisiko darstelle. Der staubtrockene Belag heizt sich brutal schnell auf. Garefrekes sieht jedoch durchaus auch Vorteile: „Kunstrasen kommt grundsätzlich den technisch versierten Mannschaften entgegen, da er ein sauberes Passspiel ermöglicht. Dennoch braucht es eine gewisse Zeit, sich auf diesen Untergrund einzustellen. Die deutsche Mannschaft hat sich offensichtlich sehr schnell angepasst.“ Vielleicht ein Vorteil gegen unbekannte Thailänderinnen, die am Donnerstag die Elfenbeinküste mit 3:2 besiegten.

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