Seit 20 Jahren: Der TSC Schwarz Gold Frankfurt tanzt gegen Klischees

Frankfurter Gardetänzer: Leistung statt Glitzer

+
Synchron und voller Körperspannung: Die Gardetänzer der TSC Schwarz Gold Frankfurt holten bereits mehrere internationale Titel.

Frankfurt – Seit 20 Jahren ohne Glitzerhut und Perücke: Die Gardetänzer der TSC Schwarz Gold Frankfurt wollen sich vom üblichen Karnevalstanz abheben und haben mit Fleiß und Disziplin internationale Titel nach Hause gebracht. Von Angelika Pöppel

„Garde ist bei uns ein Tanzsport, kein Faschingsspaß“, stellt Tanztrainerin Verena Keller klar. In diesem Jahr feierte der Verein 20. Jubiläum. Ihre Ansprüche an akrobatische Elemente und Disziplin sind hoch. Perücken und glitzernde Hüte wurden verbannt. Anders als Gardetänzer in Faschingsvereinen trainieren die Mitglieder des TSC Schwarz Gold Frankfurt mehrfach in der Woche – das ganze Jahr über. Anwesenheit ist dabei Pflicht. „Das ist ein Teamsport. Und die Choreografie funktioniert nicht wenn einer fehlt“, sagt die ehrenamtliche Trainerin. Sie legt den Schwerpunkt klar auf Wettkämpfe. „Von November bis April bleibt keine Zeit für etwas anderes und Außenstehende können nie begreifen, dass es Spaß macht, mitten in der Nacht aufzustehen, kilometerweit zu Turnieren zu fahren, um dann den ganzen Tag in einer Turnierhalle zu verbringen“, sagt sie.

Tigers sind amtierender Vize-Europameister

Lesen Sie auch:

Meister im Gardetanz: "Als Junge wurde ich gehänselt"

Hessenmeisterschaften: Heimbonus für die Gardetänzerinnen der TG Liederbach

Frankfurter Jungtalent im Showdance tanzt sich weltweir auf Platz 16.

Von den Turnierorten, meist in Österreich und der Schweiz, hat die 31-Jährige immer nur die Umkleiden und Startbereiche gesehen. Die Strapazen haben sich allerdings gelohnt: Die Tigers haben bereits mehrfach Gold bei der Hessenmeisterschaft, der Deutschen Meisterschaft und bei der Europameisterschaft geholt. Derzeit sind sie amtierender Vize-Europameister.

Seit fünf Jahren holt Verena Keller das Beste aus ihren Schülerinnen heraus. Sie selbst tanzte schon mit sechs Jahren Garde. „Wie die meisten Mädchen haben mir die glitzernden Kostüme gefallen“, gibt sie zu. Auch Ballett und Hip Hop probierte sie aus. Doch der Gardetanz ließ sie nicht los. „Die Mischung aus schnellen, zackigen Bewegungen, viel Kraft und Kreativität hat es mir angetan.“ So findet die Reiseverkehrsfrau ihren Ausgleich zum Bürojob.

Auch Männer schwingen das Tanzbein

Auch Männer trauen sich, ihr Tanzbein zu schwingen – aber nur sehr wenige. Einer davon ist Martin Hofmann. Seit fünf Jahren ist der 26-Jährige dabei. „Es sieht leicht aus, aber der Gardetanz ist ein anspruchsvoller Sport“, erklärt er. Und mit 26 Jahren gehört er schon zum alten Eisen. „Ab 20 wird es schwieriger den Körper so stark zu dehnen und die Beine hoch- zukriegen“, gibt er zu. Tanztrainerin Verena Keller sagt dagegen:„ Ich kann aus jedem einen Gardetänzer machen.“ Allerdings gibt auch sie zu, dass der Einstieg nach dem Teenageralter schwierig wird.

Kommentare