Von der 3.Liga in die Nationalmannschaft

André Hahn: „Gladbach ist der nächste logische Schritt“

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Er zeigt's selber an: Für André Hahn geht es nach oben.

Vor anderthalb Jahren spielte er Dritte Liga bei Kickers Offenbach, dann der Durchbruch beim FC Augsburg. André Hahn erzählt im EXTRA TIPP von dem Abend seiner Nominierung und als er beinahe den Profifußball aufgegeben hätte. Von Dirk Beutel

Sie wurden in den Kader der Nationalmannschaft berufen. Hat Sie Joachim Löw oder Hansi Flick angerufen?

Hansi Flick hat mich angerufen. Das war Gefühls-Chaos pur. Ich dachte erst, ich werde verarscht, als ich dann gemerkt habe, dass da wirklich Hansi Flick am Telefon ist, habe ich sogar vor Freude angefangen zu zittern.

Vor anderthalb Jahren spielten Sie noch in der Dritten Liga, jetzt die Einberufung in die Nationalmannschaft. Wie realistisch ist Ihre Teilnahme in Brasilien?

Daran denke ich ganz ehrlich überhaupt nicht. Meine Nominierung war großartig und ich habe Erfahrungen gesammelt, die ich nicht missen möchte, aber ich habe sehr starke Konkurrenz auf meiner Position. Ich hole alles aus mir raus und werde meine Leistung in der Bundesliga bringen. Was dann in der Zukunft kommt, liegt nicht in meinen Händen.

Sie haben eine enorme Steigerung in diesem Jahr hingelegt. Wie viel Anteil hat Augsburgs Trainer Markus Weinzierl?

Einen enormen Anteil. Er hat mir schnell das Vertrauen geschenkt und ich konnte es ihm zurückzahlen. Ich habe viel von ihm gelernt, gerade im technischen und taktischen Bereich.

Gibt es sonst jemanden, der maßgeblich an Ihrer Leistungsexplosion beteiligt ist?

Vor allen Dingen die Mannschaft, die mir immer den Rücken frei gehalten und mir auch die Bälle vorne reinspielt hat.

Stimmt es, dass Sie den Profifußball schon an den Nagel hängen wollten?

Ich hatte eine schwierige Zeit beim FC Oberneuland, in der es bei mir sportlich und finanziell nicht gut lief. Mein Vater hat mich zwar unterstützt, aber ich musste mich trotzdem entscheiden, wie meine Zukunft aussieht. Ich habe mich ernsthaft gefragt, ob es noch Sinn macht, weiter Fußball zu spielen oder eine Ausbildung zu machen. Dann kam auf einmal glücklicherweise ein Anruf vom Drittligisten TuS Koblenz. Danach wusste ich, dass ich meinen Weg im Fußball weiter gehen will.

Es gab ja viele namhafte Clubs, die um Sie gebuhlt haben. Warum haben Sie sich am Ende für Gladbach entschieden?

Für mich ist das der nächste logische Schritt in meiner Entwicklung. Gladbach kann in den nächsten Jahren international spielen und das ist auch mein Ziel. Ich glaube dort gute Perspektiven zu haben, mit der Mannschaft, mit dem Trainer.

Welche Position werden Sie dort einnehmen? Man munkelt, Sie sollen die Nachfolge von Juan Arango antreten.

Keine Ahnung. Ich sehe mich nicht als direkter Arango-Nachfolger. Ich bin flexibel einsetzbar, links wie rechts oder vorne drin. Lucien Favre muss die Mannschaft aufstellen.

Was trauen Sie Augsburg für diese Saison noch zu?

Wir haben eine riesige Saison gespielt. Platz sieben ist drin und damit die Qualifikation für die Europa League. Auf alle Fälle haben wir unser Ziel schon erreicht und das waren 40 Punkte auf dem Konto.

Trotz Ihres persönlichen Aufstiegs, schauen Sie ab und zu auf die Offenbacher Kickers?

Aber selbstverständlich. Auf die Kickers habe ich immer ein Auge. Ich habe immer noch einen super Kontakt mit dem Zeugwart oder Torwart Daniel Endres. Seit ich weg bin, war ich bestimmt schon wieder viermal im Stadion.

Stimmt es, dass Sie in Offenbach immer noch ihren Friseur haben?

Ja und nein. Meine Freundin ist gebürtige Offenbacherin. Wenn wir ihre Familie besuchen, schaue ich auch im Stadion vorbei. Und wenn es gerade passt, gehe ich dort zum Friseur.

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