Tischtennis-Ass aus dem Taunus immer noch gierig auf Titel

Fritz Rösslers Rückhand rockt immer noch mit 86 Jahren

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Konzentration und Körperspannung: Fritz Rössler beim Aufschlag.

Kronberg – Von wegen altes Eisen: Tischtennis-Ass Fritz Rössler sammelt im hohen Seniorenalter selbst internationale Erfolge wie am Fließband. Viele Europa- und Weltmeistertitel schmücken die Laufbahn des 86-Jährigen. Von Oliver Haas

Wie gut ist der 86-jährige Europameister Rössler wirklich? Das wollte EXTRA TIPP-Redakteur Dirk Beutel genauer wissen und forderte den Welt- und Europameister zum Duell. Fazit: Rössler ist ein würdiger Champ.

„Trainieren, trainieren, trainieren! Die Vorhand kommt gar nicht so schlecht“, sagt Fritz Rössler zu EXTRA TIPP-Redakteur Dirk Beutel nach ihrem Match. So ganz kann er den Ex-Oberstudienrat der Altkönigschule doch nicht verbergen. Das 86-jährige Tischtennis-Ass aus Kronberg eilt von einem Erfolg zum nächsten: Neben vielen hessischen und deutschen Titeln wurde er in Tschechien vor vier Jahren Euromeister in der Klasse Ü-80 und vor fünf Jahren holte er im Tischtennis-Mekka China den Doppel-Weltmeistertitel. 2015 schnappte er sich bei der Europameisterschaft in Finnland im Doppel die Gold- und im Einzel die Bronzemedaille in der Klasse Ü-85.

Einen Hausarzt braucht der Pensionär noch nicht

Dabei startete er seine Tischtennis-Karriere auf Anraten seiner Schüler erst mit 35 Jahren in Oberhöchststadt. Sein Trainer damals: Helmut Hampel, der auch TT-Weltstar Timo Boll zum Erfolg führte. Seit zwölf Jahren spielt Rössler bei der TuRA Niederhöchstadt für die Dritte Herrenmannschaft. „Ich trainiere zwei bis drei Mal die Woche.“ Und das tut dem Pensionär offensichtlich so gut, dass er wohl das Traummitglied jeder Krankenkasse ist. „Hausarzt? Sowas brauche ich noch nicht“, sagt Rössler spitzbübisch lachend. In letzter Zeit zwicke das Knie zwar ein bisschen, aber Probleme mit Organen habe er noch nie gehabt. „Ich lebe auch nicht besonders gesundheitsbewusst, sondern völlig normal. Da darf´s auch mal ein Gläschen Rotwein sein.

Tischtennis schult die Konzentrationsfähigkeit

Der Tischtennis-Sport schule seine Konzentrationsfähigkeit und Kondition. Auch in die psychologische Trickkiste greift er gerne. „Tischtennis ist ein Wettkampf, bei dem die Psychologie eine große Rolle spielt. Ich muss herausfinden, wie ich es schaffe, ruhig zu bleiben und der Gegner nicht.“ Die Schwächen des Gegners erkennen: Dies müsse stets die größte Stärke eines Tischtennis-Spielers sein.

Ob er denn mit 86 Jahren selbst noch Schwächen in seinem Spiel hat? „Natürlich. Man kann so alt werden, wie man will, aber einige Fehler passieren immer wieder. Ich bin eigentlich ein absoluter Verteidigungsspezialist. Aber manchmal bin ich klar in Führung, wechsele in den Angriff und verliere das ganze Ding noch.“

Mit seiner Frau ist er über 60 Jahre verheiratet und hat drei Kinder. Gemeinsam mit ihr stemmt er regelmäßig Gewichte am Fitness-Gerät. „Und demnächst geht es wieder zum Skifahren in die Dolomiten.“ Natürlich Abfahrt. Langlauf ist dem Sportass zu langweilig.

EXTRA TIPP-Redakteur Dirk Beutel gegen den Welt-und Europameister

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