Jenny Schulz holt sich den Titel

Friedrichsdorferin ist Duathlon-Europameisterin

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Jenny Schulz aus Friedrichsdorf ist Duathlon-Europameisterin. Jetzt bereitet sie sich auf den Ironman in Frankfurt vor.

Friedrichsdorf - Eigentlich sollte der Wettbewerb im holländischen Horst aan de Maas nur der Saison-Auftakt sein. Und plötzlich stand Jenny Schulz ganz oben auf dem Siegerpodest – und war zu Tränen gerührt.

„Es ist einfach nur ein unbeschreibliches Gefühl, einen internationalen Titel zu holen und bei der Siegerehrung die Nationalhymne zu hören“, schildert die 30-Jährige ihre Gefühle, nachdem sie auf der letzten Laufrunde mit Krämpfen zu kämpfen und trotzdem als Erste die Ziellinie überquert hatte. Nach ihrem dritten Platz im Vorjahr setzte die Ausdauerspezialistin des Vereins Skills 04 Frankfurt noch einen drauf: Schulz absolvierte 15 Kilometer zu Fuß, 60 Kilometer auf dem Rad und nochmals 7,5 Kilometer im Dauerlauf in 3:03,54 Stunden und ließ damit die Französin Sabrina Monmarteau (3:08:23) sowie die Dänin Susanna Svendsen (3:08:50) klar hinter sich. Dabei spielte der kontinentale Vergleich bei der Vorbereitung nicht einmal die Hauptrolle.

Schulz holt sich führende Position beim Radfahren

Dementsprechend verhalten begann die Friedrichsdorferin den Wettkampf, lag nach der ersten Laufrunde nur auf dem vierten Platz. „Ich musste auf den letzten drei Kilometern ganz schön beißen, um an den beiden anderen Mädels dran zu bleiben“, berichtet Schulz von der Auftaktdisziplin. Ihr Hauptaugenmerk lag auf der Radstrecke. Dort wollte sie Boden gutmachen. Und diese Taktik ging auf. Im Sattel brachte sie gleich richtig Druck auf die Pedale, holte bereits nach zehn Kilometern die führende Französin ein und hielt das Tempo hoch. Mit einem Vorsprung von fast fünf Minuten fuhr sie in die Wechselzone ein und überraschte sogar sich selbst. „Ich wollte an diesem Tage meine maximale Leistungsfähigkeit abrufen. Das ist mir nicht so gelungen. Von dem her war ich über den klaren Vorsprung erstaunt“, erzählt Schulz.

Friedrichsdorferin rechnete nicht mit dem Titel

Die verbleibenden 7,5 Kilometer zu Fuß kamen ihr vor wie ein endloser Dauerlauf. Nach einer knappen halben Stunde, in der sie sich komplett verausgabte, erreichte Schulz die Ziellinie. Europameisterin im Duathlon: Ein Titel, mit dem die Ausdauerathletin nicht gerechnet hätte. Ihr Fokus lag wie in den vergangenen Jahren auf dem Triathlon. Duathlon-Rennen bestreitet Schulz nur in der ersten und letzten Saisonhälfte. „Die Rennen in Europa bieten sich hervorragend als Einstieg im Frühjahr an, wenn es zum Schwimmen noch zu kalt ist“, erzählt sie schmunzelnd. Nach einer kurzen Regenerationsphase wird Schulz wieder unzählige Trainingskilometer abspulen, um sich auf die nächsten Höhepunkte vorzubereiten. Auch im Becken. Denn das Schwimmen ist nach wie vor ihre „Problemzone“. „Da gibt es das größte Verbesserungspotenzial und ich muss dort mehr Konstanz reinbringen“, betont Jenny Schulz. Bei der „Kraichgau-Challenge“ am 15. Juni will sie topfit sein und wieder um einen Podestplatz kämpfen. Am 6. Juli steht dann ihre große Premiere an. Erstmals geht Schulz beim Frankfurt Ironman auf der klassischen Langdistanz an den Start. Entsprechend zurückhaltend ist auch die Zielsetzung: „Ich möchte ein Rennen abliefern, mit dem ich hinterher zufrieden sein kann.“ zin

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