Freiwillige geben der WM ein Gesicht

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Bereits bei der Männer-WM 2006 war Jürgen Berger im Einsatz.

Frankfurt – Der Dieburger Jürgen Berger ist bei der Frauen-WM im Einsatz und spricht von der „Volunteerisierung“ großer Sportveranstaltungen. Von Jens Dörr

„Volunteer“ – zu Deutsch „Freiwilliger“ – ist für Jürgen Berger das Zauberwort. Der 47-jährige Dieburger ist bei der gerade stattfindendenFußball-WM ein solcher: Er arbeitet ehrenamtlich im Fahrdienst-Management, damit Medienvertreter, FIFA-Delegierte und VIPs pünktlich zu allen Terminen im Frankfurter Stadion sind.

Jürgen Berger mit brasilianischen Fans.

„Deutschland wird zum dritten Mal in Folge Weltmeister“, ist Berger überzeugt, was hieße: Er sieht das Team von Silvia Neid im Finale, das in Frankfurt stattfindet. Berger, der als Selbständiger im Elektrotechnik-Gewerbe arbeitet, ist bei allen Partien in der Mainmetropole im Einsatz. „Ich hoffe auf ein neues Sommermärchen“, sagt er.

Schon bei der Männer-WM 2006 trugen die Freiwilligen einen großen Anteil am Erfolg bei. Spätestens seit damals sind große Sport-Events ohne Volunteers in Deutschland kaum mehr denkbar. Berger spricht sogar von einer „Volunteerisierung“ der Veranstaltungen und schreibt selbst begeistert an der Sportgeschichte mit. „Es ist ein schöner Ausgleich“, findet er. Seine Familie unterstütze ihn, obwohl er mit Vorbereitung und während der WM viele Stunden seiner Freizeit ohne Entgelt opfert.

Zumindest ohne Entgelt in Form von Euro und Cent – denn das Engagement zahlen dem Volunteer andere Dinge zurück: „Man kennt sich mittlerweile unter den Volunteers, es gibt zahlreiche Wiedersehen. Aus der Tätigkeit sind schon mehrere private Kontakte entstanden.“ Berger ist kein Volunteer-Neuling, war etwa bei der Fußball-EM in Österreich dabei, auch bei der Eishockey-WM in Deutschland. Zuvorderst indes bei der Fußball-WM 2006 in Frankfurt – „mehr als da ist nicht drin“, schaut er auch fünf Jahre später noch äußerst freudig auf das Turnier zurück sowie den „Ruck“, den die WM durch die Republik habe gehen lassen.

Sein großer Traum: Die Männer-WM 2014 in Brasilien

Für Berger ist es auch kein Problem, dass er diesmal nicht seinen Erstwunsch bei der Wahl der Tätigkeit bekam: Eigentlich wollte er wie 2006 in der Betreuung der Medienvertreter mitwirken. Stattdessen entsprach Ausrichter FIFA seinem Zweitwunsch, der ihn nun die Fahrdienste mitgestalten lässt.

Die Frauen-Weltmeisterschaft läuft zwar noch, aber Jürgen Berger hat bereits einen neuen Traum für seinen nächsten Volunteer-Einsatz: „Die Männer-WM 2014 in Brasilien.“

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