Kinder sollen durch Training Aggressionen abbauen

Mit Schlägen auf den Boxsack Dampf ablassen

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Tarek Tony zeigt verschiedene Schlagtechniken am Boxsack.

Frankfurt – Boxen ist nicht nur eine Sportart, sondern es hilft auch Aggressionen abzubauen. Aus diesem Grund hat der Frankfurter Tarek Tony das Box-Projekt „Lass Dampf ab“ für Kinder aufgebaut. Von Silke Gottaut 

Er schlägt zu. Mit voller Kraft und beiden Händen. Auf den schwarzen Boxsack. Die Kinder schauen gespannt zu. Tarek Tony bringt den Kleinen gerade die richtige Mischung aus Deckung und Schlagtechniken bei. Tony ist Stadtteilbotschafter bei der Polytechnischen Gesellschaft Frankfurt. Er hat das Box-Projekt „Lass Dampf ab“ ins Leben gerufen.

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„Frust und Aggressionen lassen sich beim Boxen sehr gut abbauen“, erklärt der Frankfurter. „Kinder sollen zudem nicht vor dem Computer sitzen, sondern Sport machen.“ Tony möchte mit seinem Projekt erreichen, dass Kinder und Jugendliche erst gar nicht aus Frust und Wut in Gewalttaten verwickelt werden. Sie sollen vorher ihre Aggressionen in den Griff bekommen. Deswegen richtet sich sein Boxcamp auch an Kinder von acht bis zwölf Jahren. Und auch an Mädchen. Jeder kann mitmachen.

Die Kinder lernen in dem Camp nach und nach das Boxen. Erst wird sich aufgewärmt zum Beispiel mit Liegestützen und Kniebeugen, anschließend übt man Schattenboxen in der Luft, dann werden am Boxsack Schlagtechniken geübt und erst danach wird zu zweit gegeneinander geboxt. „Viele Eltern denken jedoch, dass Boxen zu gefährlich ist für Kinder. Das stimmt so nicht. Klar verletzt man sich einmal. Boxen ist auch eine Sportart, aber es gibt Regeln. Und diese müssen beachtet werden.“

Boxen als Ausgleich

Der 25-jährige Student hat sein Maschinenbau-Studium erfolgreich beendet und macht nun in Frankfurt seinen Master in Business Administration. Seit er fünf Jahre alt ist, ist Boxen sein Hobby. „Es machte mir immer viel Spaß. Und gerade während meines Studiums merkte ich, dass ich einen Ausgleich brauche. Boxen ist für mich seelische und geistige Stärkung.“ Durch einen damaligen Klassenkameraden kam er auf die Idee, als Stadtteilbotschafter für Kinder ein Projekt zu machen. Sein Bruder, der Erzieher ist, half ihm ein wenig dabei, die Ideen umzusetzen.

Weil das Box-Camp so erfolgreich war, möchte Tony es in den nächsten Wochen wiederholen. Wann genau, steht noch nicht fest. Interessierte können sich unter tarek.tony@ stadtteilbotschafter.de anmelden.

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