100 Kilometer beim Dodentocht-Lauf

Frankfurter im Dauerlauf nach Belgien

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Manfred Gryschka zeigt, was er für den 100 Kilometer langen „Dodentocht“-Lauf in seinen Rucksack einpackt.

Frankfurt  – Der Bornheimer Manfred Gryschka hat Außergewöhnliches vor: Am kommenden Freitag ist er in Belgien unterwegs und läuft dort 100 Kilometer im Dauerlauf beim Dodentocht-Lauf.

Seine Stippvisite im flämischen Norden führt ihn durch drei Provinzen, doch steht dieser Wochenendausflug unter einem besonderen Stern. Seine 100 Kilometer lange Route absolviert er nämlich in ununterbrochenem Dauerlauf. Um 21 Uhr startet er als einer von etwa 18 000 Teilnehmern im belgischen Städtchen Bornem zu einem der größten Marathons in Europa, dem Dodentocht-Lauf. Nachdem er 43 Jahre lang Eishockey gespielt hatte, zuletzt bei den Frankfurter „Löwen“, entdeckte er seine Liebe zum Laufsport. Von „Bub“ kann also eigentlich keine Rede sein. Der fast zwei Meter große, durchtrainierte Hüne nimmt mit 48 Jahren zum ersten Mal an diesem Mega-Marathon teil. Er kam darauf durch seinen Kollegen, der schon einmal versucht hatte, die Strecke zu bewältigen, jedoch nur bis Kilometer 80 kam. „Gemeinsam schaffen wir es“, sagten sich die beiden. Seit Monaten absolvieren sie Übungsläufe.

Doch das ist nur ein Teil der Vorbereitung. Die richtige Kleidung mit Regenjacke, Stirnlampe und Sonnenkappe ist ebenso wichtig wie die Verpflegung mit exakt geplanten Rationen von Wasser und Energiekonzentraten, dazu ein winziger Computerspeicher für Musik, alles in einem knapp sechs Kilogramm schweren Rucksack. Diese Ausrüstung ist zwingend nötig, obwohl auf der Strecke Versorgungsstellen eingerichtet sind, die erste bei Kilometer 20 und weitere nach jeweils zehn Kilometern. Insgesamt ist der Dodentocht-Lauf ausgezeichnet organisiert, mit professioneller Zeitmessung, Ärzten an der Strecke, Versorgung mit Getränken, Obst und warmem Essen. Der Beginn des Marathons am Abend ist eine wesentliche Erleichterung, auch wegen der niedrigeren Temperaturen; so ist nur für wenige Stunden mit sommerlicher Hitze zu rechnen. Manfred Gryschka rechnet mit einem Wasserverbrauch von 18 bis 20 Litern für die Gesamtlaufzeit von – so hofft er – etwa 14 Stunden. „Das ist mein zweites persönliches Ziel, das ich mir gesetzt habe“, erzählte er, „aber in erster Linie will ich überhaupt ans Ziel kommen.“ So sehen es auch die Veranstalter. Es gibt außer Medaillen und Teilnahmeurkunden keine Preise für die Schnellsten. Wer das Ziel – ebenfalls Bornem – erreicht, hat gewonnen. „Leider versäume ich wegen des Laufs die Eröffnung der Bernemer Kerb“, sinnierte er, um gleich darauf breit zu lachen: „Aber ich freu’ mich da drauf wie ein Schnitzel!“ Man darf gespannt sein, was Manfred Gryschka von Bornem zu berichten hat, wenn er wieder zurück in Bernem ist.

ucw

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