Mit 1:4

Löwen verlieren Derby gegen Kassel Huskies

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Den Frankfurter Löwen gelang es beim Derby gegen Kassel nur einmal, den Puck im gegnerischen Tor zu versenken.

Frankfurt - Enttäuscht gingen fast 7.000 Besucher am Freitagabend nach Hause, wenn sie denn Fans der Löwen Frankfurt sind. In einem spielschwachen Derby gegen die Kassel Huskies zogen sie auf dem heimischen Eis mit 1:4 den Kürzeren. Von Uwe Lange

Zu Beginn sahen die Zuschauer eine stürmische Heimmannschaft, die mit ihren beiden Neuverpflichtungen Antti Orte (Tor) und Justin Kirsch (Sturm) begannen. Die Löwen wollten den Gegner aus Nordhessen schier überrennen, trafen dabei jedoch trotz guter Möglichkeiten nicht ins Gästetor. Das gelang jedoch den Huskies mit ihrer ersten Gelegenheit, als man durch Adriano Carciola (10 Min.) in Überzahl in Führung ging. Doch darauf hatten die Löwen durch ihren Stürmer Clarke Breitkreuz schon bald (14.) und ebenfalls bei einem Mann mehr auf dem Eis eine Antwort als dieser zum Ausgleich traf. Doch danach ein völliger Bruch im Spiel der Frankfurter, eine merkwürdige Verunsicherung befiel die Mannschaft um Kapitän Patrik Vogl und kaum ein vernünftiger Spielzug schien den Löwen noch gelingen zu wollen. Die deftige Pausenansprache von Trainer Tim Kehler schien nichts genutzt zu haben, denn nach bereits 32 Sekunden des Mitteldrittels waren die Huskies wieder erfolgreich, als sich die Abwehr vom Main noch gedanklich beim Pausentee befand und zu zögerlich den Kasseler Torschützen Alexander Heinrich zum Erfolg geradezu einlud.

Der Rest dieses Abschnitts zum Vergessen, kein Passspiel, kein Abschluss, kein Aufbäumen, die Saison-Rekordkulisse war ob des emotionslosen Spiels zu recht enttäuscht. Gleich vier Überzahlspiele zugunsten der Frankfurter verliefen ohne jegliche Gefahr, die Harmlosigkeit der angreifenden Löwen war nicht zu überbieten, die nicht wirklich geforderten Huskies konnten sich einmal mehr und ohne Probleme befreien. Nur die kleine Rangelei zwischen Löwen-Verteidiger Patrik Vogl und Kassels´ Topscorer Mike Collins fand etwas Beachtung, die Schiedsrichter würdigten den Austausch handfester Argumente jedoch mit einer Disziplinarstrafe für beide Akteure, schickten die Streithähne für 14 Minuten in die Kühlbox.

Löwen ohne Einsatz und Kampf

Wer im letzten Abschnitt auf die Rückkehr alter Löwen-Tugenden wie Kampf, Einsatz und spielerische Klasse gehofft hatte, sah sich erneut getäuscht, denn auch diese 20 Minuten verliefen wie die vorangegangenen. Ein weiteres Überzahl-Tor durch Carciola (50.) ließ die Löwen erstarren, und auch die Herausnahme des finnischen Torwarts Ore zugunsten eines weiteren Feldspielers erwies sich als Muster ohne Wert, das 1:4 nur 28 Sekunden vor dem Ende war die erwartete Konsequenz und der Todesstoß für die ideenlosen Frankfurter.

Nach dem Match war Löwen-Dompteur Tim Kehler natürlich mehr als unzufrieden mit dem Dargebotenen: „Nach einem guten Start haben wir nie mehr unser Leistungsvermögen abgerufen, immer bei den kleinen Dingen, die ein Erfolg erfordert, den Kürzeren gezogen.“ Am Sonntag geht es für sein Team zu den heimstarken Starbulls nach Rosenheim, bei denen die Trauben immer sehr hoch hängen, zumal die Löwen mit der Leistung vom Freitag auch gegen schwächere Mannschaften keine Chance haben werden..

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