Hessen-Derby folgt

Löwen Frankfurt bleiben auf Erflogsspur

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Marc Schaub war einer der Torschützen am vergangenen Freitag gegen Ratingen. Er erzielte das 2:0.

Die Frankfurter Löwen bleiben nach dem Heimsieg gegen Ratingen weiter in der Erfolgsspur. Heute Abend zeigt sich beim Auswärtsspiel in Kassel, wie stark sie sind. Von Uwe Lange

Einen weiteren Kantersieg erhofften sich gut 3.100 Fans der Löwen Frankfurt, denn mit den Ice Aliens aus Ratingen gastierte der Tabellen-Achte am Ratsweg. Mit dem 9:4 (4:3/5:0/0:1) tat die Heimmannschaft seinem treuen Publikum durch die Treffer von Chris Stanley (3), Marton Vas (2), Marc Schaub (2), Marc Wittfoth und Clarke Breitkreuz nur bedingt den Gefallen. Nur im zweiten Drittel boten die Löwen das Tempo-Eishockey der letzten Wochen und schön herausgespielte Tore.

Löwen-Coach Tim Kehler wusste den Grund: „Mein Team war oft schon mit seinen Gedanken ganz woanders, nämlich beim folgenden Spiel gegen Kassel. Das ist nicht korrekt und wird auch in der Oberliga mit Gegentoren sofort bestraft“, spielte der 42-jährige Trainer auf die zwei Minuten im 1. Drittel an, als überhebliche Frankfurter einen Drei-Tore-Vorsprung verspielten. Er hatte vor dem Match noch mit der Hiobsbotschaft zu kämpfen, dass sein stürmender Torjäger Patrick Schmid nach einem Trainingsunfall mit einer Gesichtsverletzung wohl für längere Zeit ausfällt. Da der Kanadier auch schon auf die Verletzten Stephan Kreuzmann und Roland Mayr sowie den angeschlagenen Richard Mueller verzichten musste, droht seinen Löwen beim Gang zum Schlagerspiel am heutigen Sonntag in Kassel mit einem arg dezimierten Kader antreten zu müssen.

Spiel auf Augenhöhe

So freuen sich alle Fans des schnellsten Mannschaftssports auf dieses Hessen-Derby, wenn die Löwen zum ewigen Rivalen nach Nordhessen müssen. „Farbe bekennen“, „Standort-Bestimmung“, „Flagge zeigen“ sind dann die Begriffe, die in den Medien bei solchen Spielen gerne überstrapaziert werden. Fakt ist, dass ein Derby gegen die Huskies immer etwas Besonderes ist, dort aber auch nur drei Punkte vergeben werden, die natürlich wenn möglich in Südhessen verbleiben sollen. Trotzdem bieten diese Spiele auf Augenhöhe die Chance, die eigenen Stärken zu zeigen, aber auch vermeintliche Schwachstellen frühzeitig zu erkennen und dann schnell auszumerzen. Gegen die Kassel Huskies wird es ein Wiedersehen mit dem langjährigen Löwen-Torwart Boris Ackers geben, der vor einigen Tagen einen Kontrakt bis zum Ende der Saison in Nordhessen unterschrieb und deren verletzten Stammkeeper ersetzen soll.

Auch einen weiteren Ex-Frankfurter gilt es mit Branislav Pohanka zu begrüßen, der nach einer Sperre von vier Spielen wieder rechtzeitig gegen seine alten Kameraden im Einsatz ist. Dafür einmalig aussetzen muss Schlittenhunde-Kapitän Manuel Klinge, der nach einem Foul bei der freitäglichen und überraschenden 1:5 Niederlage seines Teams in Duisburg eine Sperre erhielt. Fest steht jedoch aufgrund dieses Resultats und des aktuellen Vier-Punkte-Vorsprungs schon jetzt der Tabellenführer am späten Sonntagabend: Löwen Frankfurt.

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