Eintracht will wieder nach oben

Neue Anfangself bei Eintracht Frankfurt

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Bamba Anderson erklimmt im Vollsprint beim Lauftraining einen Hügel. Um die Mannschaft fitter zu machen, wurde im Trainingslager viel für die Kondition getan.

Abu Dhabi – Nach einer Woche Trainingslager in Abu Dhabi bei „allerbesten Bedingungen“, so Trainer Armin Veh, und eine Woche vor dem Rückrunden-Auftakt gegen Hertha BSC Berlin, gibt es viel Neues bei der Frankfurter Eintracht. Von Peppi Schmitt 

Andere Spieler als in der Vorrunde werden gegen Berlin  in der Anfangsformation stehen, es wird ein anderes System gespielt werden, und in Zukunft wird viel mehr gewechselt. Der Trainer hat nach der misslungenen Bundesliga-Hinrunde die Zügel angezogen und personelle Konsequenzen gezogen. Er hat härter trainieren lassen, und er hat die große Rotation angekündigt. „Es ist wahrscheinlich, dass im ersten Spiel gegen Hertha BSC eine andere Mannschaft aufläuft als im zweiten Spiel in München“, sagt er.

Die personelle Situation scheint dies zuzulassen. Mit Ausnahme von Verteidiger Bastian Oczipka, der sich mit einer entzündeten Achillessehne plagt, haben alle anderen Spieler das Trainingslager in Abu Dhabi weitgehend gesund überstanden. Darunter auch die beiden Neuzugänge Alexander Madlung und Tobias Weis, die Vehs Möglichkeiten erweitert haben. „Beide kann ich ohne Bedenken bringen“, sagt er. Was er aber zunächst nicht tun wird. Die Formation fürs erste Spiel hat sich in der Wüste genauso wie das Spielsystem herauskristallisiert.

Die Eintracht wird wieder in dem in der vergangenen Saison so bewährten 4-2-3-1-System auflaufen, dabei vor allem auf die beiden offensiven Außenspieler Stefan Aigner und Takashi Inui setzen. „Wir müssen einfach wieder torgefährlicher werden“, fordert Veh, der unter den Palmen von Abu Dhabi vor allem die konditionelle Arbeit verstärkt hat. Unter dem zusätzlichen neuen Fitnesstrainer Günter Kern mussten sich die Spieler vor allem bei Bergaufläufen an einem „Hügel des Schreckens“ quälen. „Die Analyse hat ergeben, dass wir im Sommer nicht optimal gearbeitet haben“, hat Veh Selbstkritik geübt.

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Personell gibt es zunächst drei Veränderungen. Marco Russ spielt neben Carlos Zambrano in der Innenverteidigung, hat Bamba Anderson den Rang abgelaufen. „Mir gefällt vor allem Russ’ Einstellung“, sagt Veh, „der fällt nicht bei jedem Windstoß gleich um.“ Anderson hat sich zudem beim 0:1 im Testspiel gegen Schachtjor Donezk eine leichte Adduktorenverletzung zugezogen. Inui, der aus Vorsichtsgründen gegen Donezk zuschaute, wird links im Mittelfeld anstelle von Johannes Flum, der gegen Hertha sowieso gesperrt ist, oder Tranquillo Barnetta spielen. Um die Position in der Sturmspitze kämpfen Joselu und Jan Rosenthal. Sie gehören zu den Siegern der Trainingswoche im Wüstenstaat.

Natürlich gibt es auch Verlierer. Vaclav Kadlec, in der Vorrunde meist gesetzt, ist im Angriff nur noch dritte Wahl, Srdjan Lakic gar nur noch vierte. Dem Kroaten hat Sportdirektor Bruno Hübner mehr oder weniger deutlich nahe gelegt, sich einen neuen Verein zu suchen.

Anderson ist nicht mehr so hoch angesehen wie zuletzt, weil es ihm ganz offensichtlich manchmal an Professionalität fehlt. Sonny Kittel  hat wegen einer diesmal leichteren Knieverletzung wieder einmal die Vorbereitung verpasst, er ist ein Pechvogel. Genau wie Stefano Celozzi, der am Meniskus operiert worden ist. Die jungen Spieler wie Marc-Oliver Kempf oder Luca Waldschmidt sind Opfer der Situation. „Wären wir Achter, könnte ich Waldschmidt mal reinwerfen“, sagt Veh, „aber im Abstiegskampf geht das nicht“.

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