Detlef Saemann läuft Volksläufe kostümiert

Laufschwein macht nun einen Triathlon

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Das Laufschwein steigt für seinen ersten Triathlon nicht nur ins Wasser, es schwingt sich auch aufs Rad.

Frankfurt – Er war und ist Volksläufer, „früher auch mal schnell“, wie er selbst sagt. Nach Tennis und Eishockey kam er zum Laufen, schaffte in seinen besten Zeiten die zehn Kilometer in 35 Minuten. Heute setzt er beim Traben auf Klamauk – und auf „Schweinereien“ aller Art. Von Jens Dörr

Für Laufschwein Detlef Saemann ist dieser Begriff genau der richtige. Ihm will er auch beim „Römerman Dieburg | 140. 6 Team“, der sein erster Triathlon sein wird, die Ehre erweisen.

„Ich bin zwar verrückt, doch die anderen sind bescheuert“, sagte sich der 51-jährige Berater aus Frankfurt-Bockenheim, als er einst zwar regelmäßig Läufe bis zum Halbmarathon absolvierte, an die vollen 42,195 Kilometer aber nicht denken wollte.„Rumlaufen über diese Distanz ist ja totlangweilig“, war er überzeugt. Die Berichte über die Ausschüttung der Glückshormone am Ende eines Marathons brachten ihn in Freiburg dann aber doch an die Startlinie. Dort zog er allerdings nicht wegen seines Neulingsstatus’ die Blicke auf sich, sondern wegen seiner Verkleidung: Neben den Marathonis wartete da plötzlich ein Schwein auf zwei Beinen auf den Startschuss.

Er kann nur laufen statt rennen - deswegen Laufschwein

„Das Kostüm hat keine Arme, aber die Mütze ist ziemlich warm“, lächelt Saemann, wenn er über die nun wahrlich ungewöhnliche Kleidung spricht. Jenes Kostüm sei nach mehreren Jahren noch immer das Original. Bei acht Marathons kam es schon zum Einsatz, in der Region auch auf kürzeren Strecken und bei Veranstaltungen wie dem Gersprenzlauf in Münster oder dem Hugenottenlauf in Neu-Isenburg. Warum gerade ein Schwein? „Es gibt ja auch Rennschwein Rudi Rüssel. Ich kann halt nur laufen statt rennen – deshalb Laufschwein“, antwortet der Frankfurter. Das Kostüm besorgte er sich ursprünglich für eine Fastnachtssitzung.

Bleibt die Frage, was den Freizeitsportler antreibt, sein Hobby dergestalt kostümiert zu betreiben. „Ich kann mich wie ein Schwein benehmen.“ Saemann beißt bei seinen Läufen, die er stets regulär zu Ende bestreitet, von den Bratwürsten der Zuschauer ab, zieht ihnen Stühle unter dem Hintern weg, braucht „immer eine halbe Stunde für Fototermine“. Beim Dieburger Stadtlauf, der in fünf Runden durch die Innenstadt führt, bestellte er sich bei Kiebitzen vor einem Eiscafé ein Bällchen Schokolade für die nächste Runde.

Ein etwas tieferes Anliegen steckt aber auch dahinter: „Viele Leute machen einfach alles falsch – atmen falsch, laufen falsch, sind frustriert. Die motiviere ich, mache am Ende des Rennens quasi den Besenwagen.“ Vor allem jedoch:„Ich helfe den Leuten, ihren inneren Schweinehund zu überwinden – und mache ihnen klar, dass es nicht ums Gewinnen, sondern um den Gesundheitsaspekt geht.“

Pinke Badehose fürs Laufschwein

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Beim Dieburger Römerman am 23. Juni geht es für Saemann zusätzlich darum, erstmals selbst einen Triathlon und damit auch Schwimmen und Radfahren zu bewältigen. „Fürs Schwimmen kriegt er von uns eine pinke Badehose“, witzelt Organisator Sebastian Dehmer (Griesheim) schon mal vorfreudig. Figürlich, das gibt Laufschwein Detlef Saemann selbst zu, sehe es bei ihm derzeit nicht mehr ganz so gut aus wie früher. „Mein Laufgewicht verrate ich aber nicht – sonst komme ich sofort auf den Grill.“

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