FSV Frankfurt: Zwischen Umbau und Improvisation

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Weiß, was er will: Benno Möhlmann drückt dem FSV Frankfurt seinen Stempel auf.

Frankfurt – Benno Möhlmann hat nicht vor, den Fußball neu zu erfinden. Und doch haben sich schon in den ersten Wochen viele Dinge unter dem neuen Trainer des FSV Frankfurt geändert. Er hat vor allem das Trainingslager auf Mallorca für viele Gespräche mit den Spielerngenutzt.

Die augenfälligste Änderung betrifft in diesen Tagen das Spielsystem. „Ich bevorzuge ein 4-4-2“, hat Möhlmann gleich zum Amtsantritt gesagt. Anders als sein Vorgänger, der dieses System als nicht kompatibel mit den personellen Möglichkeiten der Bornheimer angesehen hatte, vertraut Möhlmann auf zwei Angreifer. Er hat auf einen neuen Stürmer gedrängt und ihn mit Ilian Micanski vom 1. FC Kaiserslautern bekommen. Der 27 Jahre alte Bulgare wird der eine Teil der zukünftigen Doppelspitze sein, Ju-Tae Yun womöglich der andere. Und das ist bisher die größte Überraschung. Der junge Koreaner hat die etablierten Macauly Chrisantus und Karim Benyamina zunächst überholt.

Nächsten Freitag geht's mit dem Auswärtsspiel in Duisburg schon los und doch wird der Trainer noch einige Zeit brauchen, um eine Formation zu finden, die seinen Vorstellungen entspricht. Das liegt zum einen an den noch nicht abgeschlossenen personellen Umbauarbeiten, werden doch noch immer Verteidiger gesucht. Michael Görlitz, einst in der Jugend des FC Bayern, soll der eine sein, Fabian Schönheim von Mainz 05 könnte einen weiterer werden. Zum anderen muss Möhlmann aber auch im Mittelfeld noch improvisieren. Zafer Yelen, fest eingeplant als Taktgeber, hat sich eine Knöchelverletzung zugezogen und ist noch nicht hundertprozentig fit.

Gerade deshalb ist es aus Sicht des neuen Chefs wichtig, dass die Abwehr schnell zu mehr Stabilität findet als im ersten halben Jahr. Dabei setzt Möhlmann vor Stammkeeper Patric Klandt ganz auf Björn Schlicke und Gledson. Gerade Schlicke, nach seinem freiwilligen Rücktritt vom Amt des Spielführers ein paar Wochen in der inneren Immigration, scheint wieder ganz der Alte. Beim Training sind seine lautstarken Anweisungen nicht zu überhören. „Der Trainer will drei, vier Leute, die Verantwortung übernehmen“, sagt Schlicke, „für ihn und für mich ist es nicht wichtig, wer die Binde trägt.“ Im Mittelfeld hat Neuzugang Chadli Amri einen Platz ziemlich sicher, dazu Kapitän Samil Cinaz. Der Rest ist offen. ps

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