Mit neuem Trainer Jiranem

Frankfurter Löwen fegen Piranhas vom Eis

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Adam Domogalla behauptet den Puck gegen die Rostocker Verteidigung.

Rostock – „An Tagen wie diesen“ dröhnte es laut durch die Umkleidekabinen der Löwen in der Eishalle von Rostock. Soeben hatten die Hessen die Piranhas mit 16:0 weggefegt und die Tabellenführung in ihrer Qualifikationsgruppe zur Aufstiegsrunde der Zweiten Liga übernommen. Von Uwe Lang

Was für den Außenstehenden fast wie eine vorweggenommene Meisterfeier anmutete, war die Frustbewältigung einer in jeder Beziehung ereignisreichen Woche für alle mit dem Frankfurter Eishockey sympathisierenden Personen. Tage wie diese, voller Intrigen, Provinzpossen, Verleumdungen, Unterstellungen und Heckenschützen braucht in der wichtigsten Phase der Saison kein Club, der den Aufstieg in die nächsthöhere Liga schaffen will.

Nürnberger Trainer Martin Jiranem ersetzt Gentges

Am Mittwoch hatte die Meldung eines Boulevardblattes von der bevorstehenden Kündigung des Löwen-Erfolgstrainers Frank Gentges die Fans am Main überrascht, der eine einstimmige Forderung der Mannschaft vorausgegangen sein soll. Diese Gerüchte um seine Person trafen den Coach aber so ins Mark, dass er selbst das Handtuch warf, nachdem er zum wiederholten Male von dritter Seite angeschossen wurde. Gentges wurde schnell durch den weltoffenen und kommunikativen Nürnberger Trainer Martin Jiranek ersetzt, der Erfahrungen mit Mannheim und Krefeld aus der höchsten deutschen Spielklasse nachweisen konnte. Löwen-Boss Stefan Krämer hatte die No. 1 auf seiner Liste noch am frühen Abend kontaktiert, nachdem der befreundete Ex-Lions-Coach Rich Chernomaz keine wirkliche Lust verspürte, in den Niederungen der Oberliga auszuhelfen.

Nur wenig Vorbereitung für neuen Trainer

Nach einem kurzen ersten Hallo und nur einer Trainingseinheit ging es die knapp 670 km ins entfernte Rostock. Damit die Stadt an der Ostsee nicht zum Trauma einer zweiten Frankfurter Mannschaft nach 1992 werden würde, nutzte der gebürtige Kanadier mit den tschechischen Wurzeln jede Sekunde zu Einzelgesprächen, um sein neues Team kennenzulernen. Nach ausgiebigen Videoanalysen der Löwen und seines Gegners, kleineren taktischen Korrekturen ging es in das Match, dass für die Frankfurter Aufstiegshoffnungen so große Bedeutung haben könnte. Von der ersten Sekunde wollte jeder der 20 Kufencracks dem neuen Mann an der Bande beweisen, was er an Möglichkeiten mitbringt, sich für einen Platz im Team empfehlen.

100 mitgereiste Fans

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Das gelang allen Akteuren mehr als beeindruckend und besonders den Spielern aus dem zweiten Glied, die motiviert bis in die Haarspitzen waren. Fast leid konnten einem die Rostock Piranhas tun, die zum Erschrecken der heimischen Fans in ihrem Aquarium vorgeführt wurden und zu Zierfischen mutierten, während die ca. 100 mitgereisten Besucher aus Frankfurt ihr Team mit Sprechchören feierten. Martin Jiranek war fürs Erste zufrieden, denn „ich musste ja in diesem erfolgreichen Team nicht so viel machen und ändern, denn Hockey können die alle spielen“ blieb der 43-jährige Lehrer aus Alberta bescheiden.

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