Ex-Eintrachtler hat schon über 100 Punkte eingebracht

Frankfurt Galaxy: Keiner kickt wie Thomas Zampach

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Der Ex-Adler beim Kick: gegen die Kirchdorf Wildcats: Thomas Zampach (Mitte) schießt das Ei platziert in die gegnerische Hälfte, das ihm Vereinskollege Timothy Miscovich (links) zurecht gelegt hatte.

Frankfurt - „Thomas Zampach Fußballgott“ schallt es von den gut gefüllten Rängen des Volksbank Stadions am Bornheimer Hang. Soeben hat der Kicker der Frankfurt Galaxy mit einem platzierten Schuss das Ei genau zwischen die Torstangen gesetzt. Von Uwe Lange

Die Führung seines lila Teams ist damit wieder einmal erhöht. Der ehemalige Profi der Eintracht wird dennoch auch beim American Football mit den Rufen gefeiert, die er seinerzeit als Publikumsliebling im Frankfurter Waldstadion Woche für Woche hörte. Die Freude darüber und von den Treuesten der Treuen nicht vergessen worden zu sein, ist dem stets gut gelaunten 45-jährigen Helden von einst anzusehen. Der im Brennpunkt Frankfurter Berg aufgewachsene ehemalige Mittelfeldrenner der Adlerträger kam auf Umwegen zu den Galaktischen, als die sich noch Universe nannten.

Mehr als nur ein Paradies-Vogel

„Als Botschafter einer Respect-Aktion gegen den Rassismus kam ich 2012 mit den Verantwortlichen in Kontakt, sollte eigentlich nur die Platzwahl-Münze werfen. Dabei entstand die Idee, den Jungs mit meinem Ballgefühl aus der Distanz die Zusatzpunkte zu holen.“ Einen Bonus durch seine Eintracht-Vergangenheit bekam der Blondschopf aber nicht, er musste sich in Training und Spiel immer wieder neu empfehlen. Das macht „Zampe“ jedoch seit 2013 sehr gut, so dass er bis heute über 100 Punkte erkickt hat, seine Erfolgsquote aktuell bei 80 Prozent liegt. Doch es gibt auch den anderen Thomas Zampach, nicht nur den Paradiesvogel mit Entertainer-Qualitäten. Wenn der gelernte Werkzeugmacher jedoch einmal die Maske abnimmt, die er „als Schutzschild betrachtet, um meine eigentliche Persönlichkeit zu verstecken“, kommt ein sensibler Mensch ans Tageslicht, der sich viel Gedanken über das Wohl und Wehe anderer macht, sich auch als Animateur derer verpflichtet fühlt. Eine Krebserkrankung im Kindesalter, der zu frühe Tod des Vaters in jungen Jahren und eine Depression nach dem Ende der Profikarriere überwand Zampach mit Hilfe seiner Familie, seiner unbeugsamen Willenskraft und „dem Glauben an eine Bestimmung“.

Zampach, das nimmermüde Arbeitstier

Dieses „Niemals aufgeben“ dürften nicht nur die Eintracht-Fans bemerkt haben, seine Rolle des nimmermüden Arbeitstiers brachten Zampach einen Status ein, den nur wenige Akteure der Hessen nach Ende der Karriere besitzen. Die und andere werden nie den Sensations-Aufstieg des „Teams der Namenlosen“ 1998 vergessen, als sich nach dem entscheidenden Spiel gegen Köln ihr Idol auf dem Spielfeld aller Kleidungsstücke entledigte und die komplette Ausrüstung in den Fanblock warf. Zampach, der nach seiner Profikarriere dem Fußball als Fanbeauftragter, dann kurz als Amateur-Trainer treu blieb, würde dies nicht mehr machen: „Meinen Körper muss man nicht mehr in dieser Form präsentieren, aber der Römerberg und eine Meisterfeier mit den Fans hätte schon was.“

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