Trampolin in Frankfurt

Zwei Frankfurter Trampolin-Athleten gehören zu Deutschlands besten Springern

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Der beste Deutsche in der Einzelwertung bei der Trampolin-WM in Sofia: Christopher Schüpferling.

Frankfurt - Sie sind das Beste was in Deutschland durch die Halle fliegt. Sogar bei der Weltmeisterschaft haben die Frankfurt Flyers die zwei besten deutschen Trampolinspringer gestellt. Von Dirk Beutel 

Chancenlos. Anders kann man die Ergebnisse der deutschen Trampolinspringer bei der 29. Weltmeisterschaft im bulgarischen Sofia nicht kommentieren. Wieder einmal haben Chinas und Russlands Springer ihre Dominanz gezeigt. Für das deutsche Team war die WM in Sofia ein einziges Debakel. Keine Top-Ten-Platzierungen und erst recht keine Medaillen. Zwei der besten Deutschen kommen aus dem Kader der Frankfurt Flyers, die seit zehn Jahren Athleten in ihrem Leistungszentrum in der Otto-Fleck-Schneise fördern.

Eine gute Sprungkraft, Mittelkörperspannung, Bauchmuskulatur sind entscheidend, mindestens genauso wichtig ist aber der Kopf. Und da scheint es bei den deutschen Hüpfern noch zu mangeln: „Wir müssen viel öfter umsetzen, was wir können“, sagt Laszlo Pobloth. Er schaffte es bei der WM im Doppel-Mini auf den 23. Platz – in dieser Disziplin die beste deutsche Leistung. Gleich zum Auftakt der Trampolin-Weltmeisterschaften in Sofia sind alle sechs deutschen Einzelturner bereits in der Qualifikation ausgeschieden. Die beste Platzierung gelang dabei noch Mannschaftskamerad Christopher Schüpferling. Der gelernte Werkzeugmacher verpasste als 28. das Halbfinale der besten 16 Athleten nur knapp. Die Nerven wollten nicht mitmachen: „Es hat der Konzentration gefehlt“, sagt der 24-jährige Sportsoldat: „Auch wenn die WM jetzt nicht so gut gelaufen ist, hat sich für mich die Motivation neue Sprünge auszuprobieren und weiter an mir zu arbeiten eigentlich nur gesteigert.“

Mentaler Faktor ist entscheidend

Der mentale Faktor ist beim Trampolin entscheidend. Das gilt auch für Laszlo Pobloth und seine Disziplin, dem Doppel-Mini: „Die Flugzeiten sind geringer, man hat keine Zeit zum Überlegen, da ist man von Anfang an gefragt.“

Seit etwa zehn Jahren dominieren die Mannschaften aus China und Russland das internationale Trampolinspringen nach Belieben. Sogar das eher blasse Portugal trumpfte jetzt bei der WM auf. „Da wurde in Deutschland der Generationenwechsel einfach verschlafen“, sagt Pobloth: „Jetzt hinken wir hinterher.“ Das sieht im nationalen Vergleich ganz anders aus: Die Flyers haben weit über 100 Hessenmeistertitel, 33 Goldmedaillen bei Deutschen Meisterschaften, dazu noch sieben Medaillen bei Europameisterschaften abgeräumt. Die Bundesliga ist seit zwei Jahren längst keine Herausforderung mehr. Lediglich die Deutschen Meisterschaften sowie die Qualifikationsturniere für Welt- und Europameisterschaften sind für die Frankfurter Springer interessant. Trotzdem: Die deutschen Springer wollen international wieder hoch hinaus und haben vor, im nächsten Jahr wieder anzugreifen. Nach den Mannschaftsmeisterschaften an diesem Wochenende steht 2014 für die beiden Frankfurter Athleten in erster Linie die Weltmeisterschaft in Daytona in Fl orida an. Vielleicht käme für Schüpferling sogar noch die Europameisterschaft in Portugal im April infrage. Allerdings könnte ihm da der Unteroffiziers-Lehrgang Anfang des Jahres einen Strich durch die Rechnung machen. „Ich versuche es, aber es wird zeitlich sehr eng.“ Hauptsache der Kopf ist frei.

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