Eintracht und FSV nächste Saison in einer Liga?

Hungrigen Talenten wird es nicht mulmig

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FSV-Torhüter Patric Klandt.

Frankfurt – Der FSV und die Eintracht nächste Saison gemeinsam im Fußball-Oberhaus? Eine Vorstellung, die gar nicht mehr so abwegig erscheint. Denn die Bornheimer klopfen an der Tür zur Liga eins. Vor dem wegweisenden Duell am Sonntag in Kaiserslautern macht der EXTRA TIPP den Formcheck.

Der Trainer

Unaufgeregt, zielstrebig und ehrgeizig – so lässt sich die Arbeitsweise von Benno Möhlmann charakterisieren. Sprüche klopfen ist nicht die Sache des 58 Jahre alten Fußball-Lehrers. Dafür hat er in seiner Karriere auch schon zuviel erlebt. Im Februar bestritt der gebürtige Niedersachse seine 1000. Begegnung. Beim FSV steht er seit anderthalb Jahren an der Seitenlinie und hat aus einem Kellerkind einen Aufstiegsaspiranten geformt. In 45 Spielen unter seiner Regie holten die Frankfurter 68 Zähler. Davon will er aber nichts wissen. „Wir denken nur von Spiel zu Spiel, ich will hier nichts künstlich aufbauschen“, sagt er. Mit einer anderen Äußerung schaffte es Möhlmann kürzlich sogar in die Raab-Sendung TV Total: „Ich bin zu 100 Prozent sicher, dass wir im Falle eines Aufstiegs im nächsten Jahr wieder absteigen werden.“ Auf das Spiel auf dem Betze freut sich der Routinier wie ein Neuling: „Da wird die Hölle los sein. Statt der gewohnten 50 Zuschauer wollen uns diesmal bis zu 600 Auswärtsfans nach Kaiserslautern begleiten.“

Der Torwart

Patric Klandt ist trotz seiner „nur“ 1,84 Meter Körperlänge der große Rückhalt beim FSV. Auch er hat unter Möhlmann seine Leistung stabilisiert, ist die unumstrittene Nummer eins. Die fehlenden Zentimeter im Vergleich mit anderen Keepern, macht der 29-Jährige mit tollen Reflexen und starkem Stellungsspiel wett. Mit 38 Gegentoren rangiert die FSV-Abwehr nur im Ligamittelfeld. Doch ohne Klandt, soviel steht fest, würden die Bornheimer in der Tabelle nicht so weit oben stehen. Beim 1:1 gegen Köln etwa rettete der frühere Eintracht-Torwart dem FSV mit mehreren Glanzparaden das Unentschieden. „Patric Klandt ist für mich der beste Torhüter der Liga“, betont Geschäftsführer Clemens Krüger.

Die Mannschaft

Die Mischung macht’s. Beim FSV stimmen Mannschaftsgefüge und Hierarchie. Zu den „Leitwölfen“ und Charakterköpfen wie Klandt, Björn Schlicke, Zafer Yelen oder Edmond Kapllani gesellen sich junge, hungrige Talente. Trotz zwischenzeitlicher Verletzungssorgen, die auch Möhlmann in dieser Form noch nicht erlebt hat, hat sich der FSV auf einem konstanten Level eingependelt. Das Team igelt sich nicht hinten ein, sondern spielt aus einer kompakten Abwehr heraus mutig nach vorne. Stratege im Mittelfeld ist Yannick Stark, der zu den Entdeckungen der Saison zählt. Der frühere Darmstädter und SGE-Spieler hat eigenen Angaben zufolge mehrere Angebote aus der Bundesliga vorliegen. Großes Plus beim FSV ist die Offensivausbeute: 50 Tore bedeutet Rang zwei hinter Aufsteiger Hertha BSC (59).

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Das Umfeld

„Hier wird noch niemandem mulmig. Wir sind völlig entspannt“, sagte Sportgeschäftsführer Uwe Stöver nach dem Heimsieg gegen Dresden. Damit fährt der FSV den richtigen Kurs. Andere Beispiele zeigen, wie unüberdachte Äußerungen und Vorgaben die Beine der Spieler lähmen können. Die Bornheimer haben nichts zu verlieren und genau dieses Bild vermittelt auch der Vorstand. Mit einem Etat von fünf Millionen liegt der FSV deutlich hinter den Spitzenteams aus Berlin, Kaiserslautern oder 1860 München zurück. Da ist ein glückliches Händchen auf dem Transfermarkt gefragt. Und das hat das Management in dieser Saison bewiesen. „Wir werden auch künftig verstärkt auf junge deutsche Spieler aus den Ligen zwei, drei und vier setzen“, kündigt Stöver an. Manko ist und bleibt der Zuschauerzuspruch. Rund 5400 Fans besuchen im Schnitt die Spiele am Bornheimer Hang.

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