Footballer empfangen Spitzenreiter

Frankfurt Universe will den Einhorn-Fluch brechen

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Hat maßgeblichen Anteil an der bisher erfolgreichen GFL-Saison: Passfänger David Giron Jansa (Zweiter von links), der hier den Verfolgern der Munich Cowboys davonläuft.

Das verspricht Football der Sonderklasse zu werden: Der Deutsche Meister und Spitzenreiter aus Schwäbisch Hall gastiert am Sonntag beim Tabellenzweiten Frankfurt Universe. Es geht um nichts weniger als die Meisterschaft in der GFL-Süd.

Frankfurt – Wer sich für erstklassigen American Football interessiert, wird an diesem Wochenende seinen Blick nach Frankfurt richten: Das „Spiel der Spiele“ beginnt am Sonntag um 15 Uhr am Bornheimer Hang, der endlich wieder einmal eine große Besucherkulisse verdient hätte, wenn zum sechsten Male innerhalb von drei Jahren die Unicorns auf die Frankfurter treffen, den Mainstädtern aber bislang kein Sieg in diesen Aufeinandertreffen gelang. Das Hinspiel konnten die Einhörner mit 17:7 für sich entscheiden, haben somit einen Zehn-Punkte-Vorsprung im direkten Vergleich um den Südmeistertitel.

Wie wichtig die Haller diese Begegnung nehmen, zeigt die Tatsache, dass man nach der kurzen Sommerpause noch vier neue Akteure verpflichtete, obwohl bislang keine einzige Saisonniederlage zu Buche steht. Unter dem Quartett befindet sich auch der Ex-Frankfurter Wide Receiver André Feuerherdt, der nach der vergangenen Saison einen Zwischenstopp in Spanien eingelegt hatte. Ein weiterer ehemaliger Man in Purple wird jedoch nicht dabei sein: Publikumsliebling Quade Chappuis steht aus beruflichen Gründen noch nicht zu Verfügung. Respekt hat man in Schwäbisch Hall vor allem vor Frankfurts neuem Quarterback Andrew Elffers, der im Hinspiel noch nicht auf dem Feld stand, da dort dessen – später verletzter – Vorgänger Steve Cluley noch die Regie führte. Dafür kehrt Tyler Rutenbeck nach langer Verletzungspause zurück, wird hierbei auf Universe-Cornerback Fernando Lowery treffen, der gemeinsam mit Frankfurts John Tidwell auf den Außenpositionen das beste Duo sein dürfte, was diese Liga zu bieten hat.

Universe-Headcoach Brian Caler weiß, was auf seine Mannen zukommt, die endlich den Fluch gegen die scheinbar Unbesiegbaren aus dem Süden brechen wollen. Trotz des klaren Heimsiegs gegen München vom vergangenen Wochenende war der Mann an der Sideline sichtlich unzufrieden mit dem Auftreten seiner Jungs, „die es trotz zahlreicher Hinweise und Ermahnungen während der Trainingswoche an Disziplin fehlen ließen“, weist der US-Amerikaner auf die vielen Strafen hin, die nicht zum ersten Mal eine Flaggenparade in Gelb seitens der Schiedsrichter hervorrief.

Nach dem Spiel wirkte der 37-Jährige fast etwas ratlos, dass die Anweisungen seines Trainerstabs so leicht und ungehört verpuffen und die lilanen Akteure es sich selbst unnötig schwer machen. Gerade aber in den engen Spitzenbegegnungen gegen die Top-Teams der Liga rächt sich das undisziplinierte Verhalten und macht sich dann in den knappen Niederlagen bemerkbar, obwohl man auf dem Feld sicherlich nicht das schlechtere Team darstellt.

Somit ist alles angerichtet für das „Endspiel“ um die Südmeisterschaft, die ja auch die beste Ausgangsposition für die im September startende Playoff-Runde sein wird, in der das Heimrecht die Frankfurter Footballer bis ins angestrebte Endspiel nach Berlin tragen soll.

Uwe Lange

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