Mit den Fingern am Limit fliegen

+
Sven Skatulla steuert seinen Mini-Hubschrauber .

Dietzenbach – Es sieht aus wie reine Spielerei, ist aber ein richtiger Sport. Die Modellflieger haben sogar mehrere Verbände und Wettkämpfe, bei denen sie vor einer Jury antreten. So wie Sven Skatulla vom Flug- und Modellbau Club Dietzenbach (FMC). Von Andreas Einbock

Akribisch schraubt Sven Skatulla an seinem leuchtgelben Flieger. Der 17-Jährige trainiert mit ein paar Vereinsmitgliedern auf dem Feldstück südlich der Kreisstadt. „Ich muss nur die Tragflächen an den Rumpf montieren und den Akku anschließen“, sagt der Heusenstämmer und testet mit seiner futuristischen Fernbedienung die einzelnen Ruder seines so genannten Flächenmodells. Das kostet komplett etwa 600 Euro und wiegt nur 2,5 Kilogramm.

Die Technik habe sich sensationell entwickelt, sagt Jürgen Kaiser. „Mit dieser Energie treiben andere Waschmaschinen an“, so der FMC-Jugendleiter, der sich inzwischen mit einem Programmzettel in der Hand hinter Skatulla positioniert hat. Immer schneller werdend rollt die Mini-Propellermaschine über den Rasen und hebt ab. „Jetzt kommt das Dreieck, hinten anfliegen, drehen und drehen“, gibt Kaiser seinem Schützling die Kommandos. Nach einem Rückenflug und einem viereckigen Looping setzt Skatulla zur Landung an. „Gestartet und gelandet wird immer gegen den Wind“, erklärt Kaiser.

Fünf Minuten hat der Schüler im Wettkampf Zeit für den Flug. „Aber das muss exakt von Start bis Landung eingehalten werden, sonst gibt‘s Abzüge“, so Kaiser. Wie knapp es bei einer Meisterschaft zugeht, bekam Skatulla im letzten Jahr zu spüren. „Nur sechs Punkte Rückstand hatte ich auf den Sieger“, erinnert er sich an seinen fünften Platz bei der deutschen Meisterschaft. Fast täglich lässt der Schüler, der später als Fluggerätemechaniker arbeiten will, seine Miniflieger auf dem 500 mal 500 Meter großen Areal kreisen. Schließlich soll das Ergebnis bei der deutschen Meisterschaft in fünf Wochen besser sein. „Eine Medaille will ich schon haben. Zumal es meine letzte Jugend-Meisterschaft ist“, sagt Skatulla, der sich am 10. und 11. September in den Disziplinen Motorflug Expert und Elektrosegler gegen etwa 35 Gegner behaupten muss.

Für Jugendleiter Kaiser ist Skatulla, der erst vor drei Jahren mit dem Hobby begann, ein Ausnahmetalent: „Sven hat es in den Fingern. Er fliegt alles und das am Limit.“ Das will auch Marcel Bender. Der Rodgauer ist seit einem Jahr dabei und knapp an der DM-Qualifikation gescheitert. „Bei den Loopings habe ich noch etwas Probleme.“ Aber mit Skatulla und Kaiser hat er Vorbild und Lehrmeister an seiner Seite.

Kommentare