Polizei setzte Pfefferspray und Schlagstöcke ein

Eklat beim Derby Löwen Frankfurt und EC Bad Nauheim

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Security-Einsatz bei den Bad Nauheimer Fans nach dem Derbysieg der Frankfurter Löwen am Freitag.

Frankfurt - Es war ein packendes Eishockey-Derby zwischen den Löwen Frankfurt und den Roten Teufeln Bad Nauheim, allerdings mit unschönem Ausklang. Die Polizei bestätigte eine Schlägerei vor der Eishalle, außerdem kam es zu Ausschreitungen im Gästeblock der Bad Nauheimer Fans. Von Uwe Lange

In der Frankfurter Eissporthalle lief die 51. Spielminute, soeben hatte Löwen-Stürmer Kris Sparre das wohl vorentscheidende 3:0 für seine Farben gegen den EC Bad Nauheim in einem packenden Derby erzielt.

Plötzlich flogen jedoch gefüllte Bierbecher rund um den mit etwa 1000 Anhängern gefüllten Gästeblock der Roten Teufel, was Ordnungsdienst und Polizei zu einem raschen Eingreifen in diesem Bereich veranlasste, die Nauheimer Ultras-Gruppe „Fanatics“ einen Tag später zu einer „Stellungnahme zur willkürlichen Polizeigewalt“ bewegte.

Heftige Schlägerei vor der Eishalle

Den Einsatzkräften warf man vor, auch nach dem Spiel „mit Brutalität und Aggression auf die Gruppe eingeschlagen“ zu haben, als mögliche Beweggründe wurden die Kölner Vorkommnisse der Silvesternacht und deren „Frustbewältigung“ benannt, die Beamten dabei als „Schläger in Uniform“ betitelt.

Der Pressesprecher der Frankfurter Polizei Rüdiger Reges bestätigte „eine Auseinandersetzung mit heftiger Schlägerei vor der Eishalle, in die wir eingreifen mussten, da sich eine Gruppe von etwa 20 Personen massiv prügelte, auf eine am Boden liegende Person sogar eingetreten wurde“. Den „Einsatz von Pfefferspray und Schlagstöcken“ sah Reges als notwendiges und probates Mittel, um die Ruhe wieder herzustellen. „Wir werten derzeit die Videoüberwachung aus, werden dann zu dem bereits durch Identitätskontrollen feststehenden Personenkreis weitere Maßnahmen ergreifen“.

Kein separater Ausgang für auswärtige Fans

Bad Nauheims Geschäftsführer Andreas Ortwein, der seinen Platz auf der Ehrentribüne mit dem im Gästeblock getauscht hatte, konnte nur Details zu den Vorkommnissen innerhalb der Halle benennen: „Es flogen Bierbecher hin und her durch die Blöcke, die Stimmung war aufgeheizt. Ich konnte aber deeskalierend sowohl auf die Fangruppen und den Ordnungsdienst einwirken, der seinerseits Fahnen und Transparente entfernen wollte, so dass hier bis zum Auslass wieder die normale Derby-Stimmung auftrat.“

Unglücklich war Ortwein jedoch mit dem Verzicht des Veranstalters auf einen separaten Ausgang für die Gäste, „so dass sich immer Fans beider Lager über den Weg laufen mussten.“ Diese Maßnahme war jedoch „sicherheitsbedingt notwendig, da wir nicht weit über 1000 Nauheimer durch nur einen Ausgang hätten ziehen lassen können“, wie der Polizeisprecher erläuterte.

Vereine kündigen Konsequenzen an

Dennoch suchte der Rote-Teufel-Chef das Gespräch am heutigen Tag mit seinem Frankfurter Gegenüber Stefan Krämer, dem Gesellschafter der Löwen- GmbH: „Stefan und ich sind uns einig, dass wir nach Auswertung der Hallenvideos mit aller Konsequenz gegen die wenigen Störenfriede unter den vielen friedlichen Zuschauern vorgehen werden, uns auch nicht scheuen, Maßnahmen wie ein Stadionverbot gegen diese auszusprechen.“

Beide Seiten waren jedoch einer Meinung, dass die meisten der 7.000 Besucher ein packendes und spannendes Spiel gesehen hatten, die „oft verbalen Scharmützel“ im üblichen Derby-Rahmen geblieben seien.

So ist dennoch im Hinblick auf die bereits am 28. Februar erneut vor großer Kulisse angesetzte zweite Auflage des so populären Derbys eine sinnvolle und zeitnahe Aufarbeitung erwünscht, die den Sport wieder in den Mittelpunkt stellt.

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