Extrem-Jogging: 62-Jähriger umrundet Deutschland

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Ultraläufer Gerhard Albert läuft sich warm auf der Hauptstraße in Sulzbach.

Sulzbach – Was er sich vorgenommen hat, hat bisher noch niemand gemacht: Gerhard Albert will einmal Deutschland umrunden. Und das nicht mit dem Auto, sondern joggend. Rund 5100 Kilometer hat der 62-Jährige vor sich, der am Montag Station machte in Sulzbach. Von Julia Renner

Bis vor etwa 20 Jahren war Albert süchtig nach Zigaretten. Mehrere Schachteln rauchte er jeden Tag, bis er von einem auf den anderen Tag aufhörte, weil er nicht mehr die Schadstoffe inhalieren wollte. Jetzt ist er süchtig nach laufen. In den vergangenen 15 Jahren hat Albert rund 80 Marathon- und 40 Ultra-Läufe hinter sich gebracht. Jetzt wagt er sich an die Umrundung Deutschlands. Los ging‘s am vergangenen Sonntag in seinem Heimatort Waldaschaff im Landkreis Aschaffenburg.

Seine Frau Marianne zeigt den Schriftzug auf seiner Weste.

In 78 Tagen will er die gut 5100 Kilometer geschafft haben, mindestens 60 Kilometer wird er jeden Tag laufen. Doch diese Mammut-Tour nimmt er nicht nur deshalb auf sich, weil er gern läuft. „Ich will auf die Fanconi-Anämie aufmerksam machen“, sagt er. Diese seltene Erbkrankheit ist ihm ein Anliegen, da er selbst im Bekanntenkreis ein Kind hat, das daran leidet. Auf seinem Lauf durch Deutschland verteilt er Flyer inklusive Spenden-Adresse. Das Geld geht dann an den Aktionskreis Fanconi-Anämie und zwei Dresdner Mädchen, die an der unheilbaren Krankheit leiden.

Die Kosten für seinen Lauf trägt der Niederlassungsleiter einer Firma für Sondergasanlagen derweil selbst. Mit rund 10.000 Euro wird das zu Buche schlagen, hat er ausgerechnet. Jedoch rechnet der Extremläufer mit der Unterstützung der Städte und Gemeinden, die er in den nächsten Wochen anlaufen wird.

Begleitet wird er bei seinem besonderen Lauf von Ehefrau Marianne. Sie wird die gesamte Strecke mit dem Auto fahren und etwa alle zehn Kilometer ihren Gatten mit Wasser und Lebensmitteln versorgen. Ende Juni will er ganz Deutschland dann umrundet haben. „Damit möchte ich auch ins Guinness Buch der Rekorde“, sagt Gerhard Albert.

Zunächst wird er jedoch die Landschaft genießen. Denn das reizt ihn am meisten beim Joggen. Im vergangenen Jahr hat er das schon auf der Strecke nach Paris getan. 1600 Kilometer legte er damals zurück. Mit der aktuellen Tour hat er sich ein noch höheres Ziel gesteckt. Doch Albert ist motiviert, fühlt sich absolut fit und auch seine Frau glaubt fest an ihn.

Wenn er Deutschland einmal umrundet hat, ist für Albert allerdings noch längst nicht Schluss. Sobald er in Rente ist, wagt er sich an eine besondere Strecke: Von Alaska nach San Diego möchte er dann laufen und damit ebenfalls rund 5000 Kilometer.

Weitere Infos rund um Gerhard Albert gibt es im Internet auf seiner Seite www.gerhard-ultra.de.

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