Ex-Ringer stratet in neuer Sportart

Saba Bolaghi tritt bei Mixed Fight Gala an

+
Seinen letzten großen Kampf im Ringen bestritt Saba Bolaghi (blau) im Januar im Bundesliga-Viertelfinale für Mömbris/Königshofen.

Im Ringen wurde er  Dritter der EM, zählt in der Bundesliga zu den Leistungsträgern und hätte noch viele gute Jahre vor der Brust. Doch Saba Bolaghi aus Frankfurt hat sich sportlich neu orientiert: Der 24-Jährige stählt sich für die gefürchteten Mixed Martial Arts (MMA). Von Jens Dörr

Frankfurt/Darmstadt – Im Ringen wurde er bereits Dritter der Europameisterschaften, zählt in der Bundesliga zu den Leistungsträgern und hätte noch viele gute Jahre vor der Brust. Doch Saba Bolaghi aus Frankfurt hat sich sportlich neu orientiert: Der 24-jährige Frankfurter stählt sich für die gefürchteten Mixed Martial Arts (MMA).

Die teils brutalen Kämpfe, vor allem eine Kombination aus Ringen, Kickboxen und Brazilian Jiu Jitsu, sind zwar nicht regellos, enden manchmal aber nicht nur mit einer blutigen Nase. AM Samstag (26. April) bestreitet Bolaghi seinen ersten Kampf. Dann wird er bei der „Mixed Fight Gala“ in der Darmstädter Böllenfalltor-Halle in den Ring steigen.

Lesen Sie dazu auch:

Saba Bolaghi will nicht mehr Ringer sein

Kampfsportlerin Sheila Gaff arbeitet mit Kindern

 Wing Tai in Obertshausen

Gegner im Limit bis 66 Kilogramm, jener Klasse, in der Bolaghi auch im Ringen seine Erfolge feierte: Ismail Sisbulatov. „Für mein Debüt ist das ein Top-Gegner. Er ist auf Augenhöhe, ich kann ihn aber schlagen“, sagt er. Damit dies gelingt, bereitet sich Bolaghi im Studio MMA Spirit in der Hanauer Landstraße vor. „Ganz spezifisch“, sagt er: „Gerade das Boxen und Kicken mache ich ja noch nicht lange und musste es mir erstmal draufschaffen.“

Kampfsport auf höchstem Niveau

Unter Coach Muhammed Ouali absolviert er bis zu neun Einheiten pro Woche. „Der Trainer und die anderen Kämpfer im Gym sind für mich aber mehr: Wir gehen zusammen essen, verbringen gemeinsam viel Zeit, sind wie eine Familie.“ Für den Studenten, der sich an der Goethe-Uni den Erziehungswissenschaften widmet, steht die akademische Karriere in diesen Wochen entsprechend hinter der sportlichen.

„Die MMA ist Kampfsport auf höchstem Niveau, durch die Breite an Disziplinen ist es für mich der ultimative Kampfsport“, sagt Bolaghi, der trotz aller Härte auch von „Spaß“ an der Sache spricht. Und betont: „Gewalt erfährt man immer unfreiwillig. Wer in den MMA kämpft, weiß hingegen, worauf er sich einlässt.“

Tritte gegen Wirbelsäule sind verboten

Verboten seien in den dreimal fünf Minuten dauernden Kämpfen etwa Schläge und Tritte gegen die Wirbelsäule, Ellbogenschläge und Tritte gegen den Kopf. Ein Kämpfer könne zudem jederzeit aufgeben. Auf fünf Kämpfe pro Jahr und mehrere hundert Euro Gage pro Kampf hoffe er zu Beginn, „später sind es dann vielleicht noch drei Kämpfe pro Jahr“.

Die Besten der MMA könnten teils mit einer fünfstelligen Eurosumme für einen Auftritt im Ring rechnen. „Wer hingegen im Ringen zum deutschen A-Kader zählt, wird monatlich nur mit 300 Euro gefördert“, beschreibt der Frankfurter die finanziellen Dimensionen.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare