Ex-Hornisse: Im Trainingslager mit den Baseball-Stars

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Früher bei den Bad Homburg Hornets, heute bei den Cincinnati Reds: Donald Lutz.

Bad Homburg – Den direkten Sprung in den Kader der Cincinnati Reds hat Donald Lutz verpasst. Doch an seinem Traum, einmal in der Major League Baseball zu spielen, hält der frühere Bad Homburger fest. Auftrieb gibt dem 23-Jährigen das Trainingslager in Arizona – Seite an Seite mit den Stars.

Viele Spieler kannte ich vorher nur aus dem Fernsehen oder von der Playstation“, sagt Donald Lutz. Dabei wirkt er wie ein großer Junge, der gerade einen Kindheitstraum lebt. Das Happy-End steht aber noch aus: Der Baseballer hat den Sprung in den 40-Mann-Kader der Cincinnati Reds verpasst. Er wird vorerst keine Spiele in der Major League – der stärksten Baseball-Liga der Welt – absolvieren.

Über das Reserve-Team der Reds, die Bakersfield Blaze, soll er sich für höhere Aufgaben empfehlen. Enttäuscht wirkt das 1,92 Meter große und 105 Kilogramm schwere Kraftpaket aber nicht. Alleine das Trainingslager in Arizona – Seite an Seite mit den Stars – habe ihn ein großes Stück vorangebracht. „Ich habe sehr viel über das Spiel gelernt und mehr Einsatzzeiten bekommen, als ich mir vorgestellt habe“, sagt Lutz. Das Spiel „bei den großen Jungs“ sei viel schneller. Dankbar war er daher über die vielen Ratschläge seiner Teamkollegen und Trainer.

Aufwärmen im Whirl-Pool und Training im Schlagkäfig

Der Arbeitstag im Camp begann früh: Um fünf Uhr frühstücken, dann in den Whirl-Pool zum Aufwärmen und anschließend in den Schlagkäfig. Nach individuellen Einheiten übte Lutz mit der Mannschaft, ehe am Nachmittag die Vorbereitungsspiele auf dem Programm standen. „Zwischendurch durfte ich immer schön ein paar Bälle oder Baseballkarten unterschreiben“, erzählt der 23-Jährige. Selbst bei den Übungseinheiten seien die Zuschauerränge gut gefüllt gewesen. Für einen Baseballer, der zuvor in den Minor Leagues – den unteren amerikanischen Spielklassen – unterwegs war eine besondere Erfahrung.

Als Baby kam der in New York geborene Lutz mit Mutter und Geschwistern nach Deutschland. Die Baseballverrückte Familie ließ sich in Friedberg nieder. Während Sascha Lutz beim Erstligisten aus Mannheim unter Vertrag steht, läuft der kleinere Bruder Chondi für die Bad Homburg Hornets auf. Auch Donald spielte zwei Jahre bei den Hornets, wechselte dann auf das Baseball-Internat in Regensburg. Das Training unter professionellen Bedingungen zahlte sich aus. Bei einem Sichtungslehrgang in Italien 2007 behauptete er sich gegen Top-Talente aus Europa und Afrika. Wenig später unterschrieb er einen Sieben-Jahres-Vertrag bei den Reds.

Trotz des Aufstiegs und der verlockenden Aussicht, als erster deutscher Spieler den Sprung in die Major League Baseball zu schaffen, hat Lutz die Bodenhaftung nicht verloren. Seine Chancen schätzt er realistisch ein. „Es war abzusehen, dass ich es nicht gleich in den Kader schaffe. Dafür bin ich noch zu jung und habe noch nicht genug auf einem hohen Level gespielt.“ Wenn er aber weiter hart an seinem Spiel arbeite, sei alles möglich. zin

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